Was deine Sprach-App wirklich kostet
Der Preis auf der Startseite gilt für die erste Laufzeit. Danach wird es teurer, und zwar bei fast jedem Anbieter. Dieser Rechner zeigt dir die Zahl, mit der du tatsächlich vergleichen solltest.
Aktualisiert am 24. Juli 2026
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1. Was steht im Bestellprozess?
Öffne die Bestellseite des Anbieters und trage ein, was dort tatsächlich steht. Den Verlängerungspreis findest du meist im Kleingedruckten unter dem Kaufen-Knopf oder in den Abonnementbedingungen.
Bis B1 braucht man realistisch ein bis zwei Jahre, bis B2 eher zwei bis drei. Deshalb ist 24 Monate der ehrlichere Vergleichswert als die Aktionslaufzeit.
Warum der beworbene Preis fast nie der echte ist
Praktisch alle Abo-Anbieter in diesem Markt arbeiten mit demselben Muster. Für die erste Laufzeit gibt es einen stark rabattierten Einstiegspreis, der gross beworben wird. Läuft diese Periode ab, verlängert sich das Abonnement automatisch, und zwar zum regulären Preis, der deutlich höher liegt. Bei manchen Anbietern verdoppelt er sich.
Für sich genommen ist das nicht unlauter. Rabatte für Neukundschaft sind in vielen Branchen üblich, und die Bedingungen stehen irgendwo. Zum Problem wird es durch die Kombination aus drei Umständen: Der Verlängerungspreis ist im Bestellprozess kaum sichtbar, die Verlängerung erfolgt automatisch, und die realistische Lerndauer ist länger als die Aktionsfrist.
Das Ergebnis ist eine systematische Verzerrung aller Vergleiche. Wer zwei Anbieter über ihre beworbenen Monatspreise vergleicht, vergleicht zwei Marketingzahlen und nicht zwei Angebote. Genau deshalb rechnen wir in jeder Bewertung die tatsächlichen Kosten über 24 Monate aus, und genau deshalb gibt es diesen Rechner.
Die Rechnung, die dahintersteckt
Der Rechner macht nichts Kompliziertes, sondern etwas, das erstaunlich selten gemacht wird. Er nimmt deine Einstiegskosten für die erste Periode, addiert den Verlängerungspreis für jede weitere Periode innerhalb deines Zeithorizonts, und teilt die Summe durch die Anzahl Monate.
Ein Beispiel mit runden Zahlen. Ein Anbieter verlangt für zwölf Monate 72 Franken im Einstieg, also 6 Franken pro Monat, und danach 120 Franken pro Jahr. Über 24 Monate zahlst du 192 Franken, also 8 Franken pro Monat. Das sind 33 Prozent mehr als beworben. Rechnet der Anbieter zusätzlich in Euro ab, kommen bei vielen Schweizer Karten rund 1.5 Prozent Fremdwährungsgebühr dazu.
Diese Differenz entscheidet Vergleiche. Ein Anbieter mit höherem Einstiegspreis, aber moderater Verlängerung kann über zwei Jahre deutlich günstiger sein als einer mit auffällig niedrigem Startangebot. In der Werbung sieht es genau umgekehrt aus.
Die Fremdwährungsgebühr, die niemand einrechnet
Für Menschen in der Schweiz kommt ein Punkt hinzu, den internationale Vergleichsseiten gar nicht kennen. Viele Anbieter haben ihren Sitz im Ausland und rechnen in Euro oder Dollar ab, auch wenn die Website Preise in Franken anzeigt. Massgeblich ist, in welcher Währung deine Karte belastet wird.
Erfolgt die Belastung in einer Fremdwährung, erheben die meisten Schweizer Kartenherausgeber eine Bearbeitungsgebühr in der Grössenordnung von einem bis zwei Prozent, dazu kommt der angewandte Umrechnungskurs. Über zwei Jahre ist der absolute Betrag klein, aber er reicht aus, um einen knappen Vergleich zu kippen.
Wie du es prüfst: Schau nach dem ersten Bezug auf deine Kartenabrechnung. Steht dort ein Fremdwährungsbetrag mit einer separaten Gebührenzeile, rechnest du sie ab jetzt mit. Manche Karten und Konten verzichten auf diesen Zuschlag, und wer viele Auslandabos hat, spart damit spürbar.
Was du mit dem Ergebnis machen solltest
Der Zweck dieser Zahl ist nicht, dich vom Kauf abzuhalten. Gute Sprachkurse sind ihr Geld wert, und ein Abo für 8 Franken im Monat ist verglichen mit örtlichem Präsenzunterricht immer noch sehr günstig. Der Zweck ist, dass du auf derselben Grundlage vergleichst.
Drei konkrete Anwendungen. Erstens: Vergleiche zwei Anbieter nur über diese Zahl. Zweitens: Setz dir eine Erinnerung zwei Wochen vor Ablauf der ersten Periode, denn dann entscheidest du bewusst, ob du zum höheren Preis weitermachst. Drittens: Rechne aus, wie viele Unterrichtslektionen du für denselben Gesamtbetrag bekämst. Bei teuren Anbietern ist das Ergebnis oft eindeutig, und zwar zugunsten des Unterrichts.
Was dieser Rechner nicht kann
Er kennt keine Anbieterpreise. Das ist Absicht: Preise ändern sich laufend, und ein fest hinterlegter Wert wäre nach wenigen Wochen falsch. Du trägst ein, was im Bestellprozess steht, und deshalb stimmt das Ergebnis zum Zeitpunkt deiner Eingabe.
Er berücksichtigt ausserdem keine Rückerstattungsfristen, Familienkonten, Studierendenrabatte oder Gutscheine. Und er sagt nichts darüber, ob ein Angebot inhaltlich gut ist. Dafür sind die Einzeltests da, in denen der Preis nur eines von sieben Kriterien ist.