Welche App für welche Sprache?
Für jede Sprache eignen sich andere Apps, und die Gründe dafür sind konkret: Aussprache, Kursaufbau, Verfügbarkeit von Lehrpersonen. Wähle deine Sprache und lies, was tatsächlich funktioniert.
Aktualisiert am 24. Juli 2026
Die Reihenfolge folgt der Nachfrage in der Schweiz, nicht dem internationalen Durchschnitt. Deshalb stehen Italienisch und Portugiesisch hier weiter oben, als du es von .de-Vergleichen kennst.
Bei Englisch fängt in der Schweiz fast niemand bei null an. Die eigentliche Frage lautet, wie du von brauchbar auf souverän kommst, und dafür braucht es andere Apps als für den Einstieg.
Spanisch ist die Sprache, bei der Apps am besten funktionieren: klare Aussprache, riesiges Angebot, viele Lehrpersonen. Das macht die Auswahl paradoxerweise schwerer.
Französisch ist die Sprache, die in der Deutschschweiz am meisten gelernt und am wenigsten gesprochen wird. Hier steht, welche App diese Lücke schliesst und welche nur Vokabeln abfragt.
Italienisch ist in der Schweiz stärker gefragt als in fast jedem anderen deutschsprachigen Land. Hier steht, welche App das Niveau bringt, das im Tessin und in Norditalien tatsächlich zählt.
Portugiesisch ist in der Schweiz die am meisten unterschätzte Sprache. Rund ein Viertelmillion Menschen im Land sprechen sie, und fast jede App unterrichtet trotzdem die falsche Variante.
Japanisch verlangt zwei Dinge gleichzeitig: eine ungewohnte Grammatik und drei Schriftsysteme. Wer die Reihenfolge falsch wählt, verliert das erste halbe Jahr.
Bei Chinesisch entscheidet sich in den ersten sechs Wochen, ob es funktioniert. Wer die Töne dort nicht sauber lernt, korrigiert sie später jahrelang.
Koreanisch hat den zugänglichsten Einstieg aller ostasiatischen Sprachen und den steilsten Anstieg danach. Die Schrift lernst du in einer Woche, die Höflichkeitsformen begleiten dich Jahre.
Deutsch lernen in der Schweiz heisst zwei Dinge gleichzeitig: die Hochsprache für Behörden und Beruf, und genug Dialektverständnis, um im Alltag nicht ausgeschlossen zu sein.
Albanisch ist in der Schweiz eine der meistgesprochenen Sprachen und im App-Angebot fast nicht vorhanden. Diese Lücke lässt sich schliessen, aber nicht mit einem Abonnement.
Türkisch funktioniert grammatikalisch völlig anders als alles, was Deutschsprachige kennen. Das ist der Grund, weshalb Apps hier weniger tragen als bei romanischen Sprachen.
Serbisch, Kroatisch, Bosnisch und Montenegrinisch sind sprachwissenschaftlich eine Sache und politisch vier. Für dich als Lernende oder Lernender ist die Unterscheidung kleiner, als sie klingt, und an einer Stelle doch wichtig.
Russisch hat den Ruf, sehr schwer zu sein. Ein Teil davon stimmt, aber nicht der Teil, den die meisten vermuten: Die Schrift ist in einer Woche gelernt, die Fälle beschäftigen dich zwei Jahre.
Bei Arabisch entscheidet eine einzige Frage über deinen gesamten Lernweg, und die meisten Anfänger beantworten sie falsch, weil ihnen niemand sagt, dass es sie gibt.
Für Rätoromanisch gibt es keine grosse Lern-App, und das wird sich nicht ändern. Was es gibt, ist eine kleine, aber überraschend gut gepflegte Materiallandschaft.
Warum es keine beste Sprachlern-App gibt
Die Frage nach der besten App hat keine sinnvolle Antwort, weil sie von der Zielsprache abhängt, und zwar stärker, als die meisten Vergleiche zugeben. Ein Anbieter kann für Spanisch hervorragend sein und für Japanisch unbrauchbar, weil beide Sprachen völlig verschiedene Dinge von einem Lernangebot verlangen.
Bei romanischen Sprachen entscheidet die Qualität der Grammatikerklärungen, weil der Wortschatz ohnehin teilweise vertraut ist und der eigentliche Aufwand bei den Zeitformen und beim Konjunktiv liegt. Bei ostasiatischen Sprachen entscheidet zuerst, ob die App überhaupt in der Zielschrift arbeitet oder ob sie mit Umschrift eine Sackgasse baut. Bei Portugiesisch entscheidet die Variante, weil fast alle Anbieter Brasilianisch unterrichten und ein grosser Teil der Lernenden in der Schweiz mit Menschen aus Portugal sprechen will. Bei Türkisch entscheidet, ob jemand die Struktur erklärt, statt sie erraten zu lassen.
Deshalb sind diese Seiten nach Sprache und nicht nach Anbieter aufgebaut. Auf jeder steht, wo bei genau dieser Sprache der Aufwand steckt, welche Formate dafür taugen und was in der Schweiz anders ist als anderswo.
Wie du entscheidest, welche Sprache es wird
Wer noch schwankt, sollte drei Dinge gegeneinander abwägen, und zwar in dieser Reihenfolge.
Erstens die Anwendungsgelegenheit. Eine Sprache, die du im Alltag anwenden kannst, lernst du um ein Vielfaches schneller als eine, die du nur im Kurs sprichst. In der Schweiz heisst das konkret: Französisch und Italienisch sind zwei Zugstunden entfernt, Portugiesisch und Albanisch werden in vielen Betrieben täglich gesprochen, und Japanisch begegnet dir hier praktisch nie. Das ist kein Argument gegen Japanisch, aber es bedeutet, dass du die Sprechgelegenheiten selbst herstellen und bezahlen musst.
Zweitens der Aufwand. Zwischen einer nah verwandten und einer sehr fernen Sprache liegt beim selben Zielniveau ungefähr der Faktor vier. Wer Spanisch in zwei Jahren auf ein brauchbares Niveau bringt, braucht für Chinesisch beim gleichen Einsatz eher sechs bis acht. Beides ist legitim, aber die Entscheidung sollte mit offenen Augen fallen und nicht im Glauben, es sei ähnlich viel Arbeit.
Drittens der Grund. Berufliche Ziele tragen anders als persönliche. Wer Französisch lernt, weil es im Stelleninserat steht, hält durch, solange die Stelle relevant bleibt. Wer Koreanisch lernt, weil er seit Jahren koreanische Serien schaut, hat eine Motivation, die keinen äusseren Anlass braucht und deshalb oft länger hält. Die zweite Art ist unterschätzt.
Was für jede Sprache gleich gilt
So unterschiedlich die Wege sind, drei Dinge wiederholen sich auf jeder dieser Seiten, weil sie unabhängig von der Zielsprache zutreffen.
Regelmässigkeit schlägt Intensität. Sieben mal zwanzig Minuten pro Woche bringen mehr als zwei mal siebzig, weil Wiederholung in kurzen Abständen besser haftet. Wer nur am Wochenende lernt, verliert unter der Woche einen Teil dessen, was er sich erarbeitet hat.
Sprechen beschleunigt stärker als jede zusätzliche Übung. Eine Vokabel, die du aus dem Nichts produzieren musst, sitzt nach wenigen Wiederholungen. Dieselbe Vokabel in einer Auswahl anzuklicken bringt einen Bruchteil davon. Deshalb steht in jeder unserer Empfehlungen ein Gesprächsformat, auch wenn eine App als Hauptweg genannt ist.
Und der Preis, den du siehst, ist selten der Preis, den du zahlst. Fast alle Abo-Anbieter arbeiten mit rabattiertem Einstieg und deutlich teurerer Verlängerung. Weil die realistische Lerndauer länger ist als jede Aktionsfrist, ist der einzige faire Vergleichswert der Durchschnitt über 24 Monate. Genau den rechnet unser Kostenrechner aus.
Womit du hier konkret weiterkommst
Unabhängig von der Sprache brauchst du meist dieselben drei Formate: Struktur, Sprechzeit und Hörgewöhnung. Diese Anbieter decken sie ab.
Strukturierter Kursaufbau mit Erklärungen, gut für den Einstieg und zum Dranbleiben.
Echte Sprechzeit mit einer Lehrperson, das einzige Format, das die Sprechblockade zuverlässig löst.
Strukturierter Kursaufbau mit Erklärungen, gut für den Einstieg und zum Dranbleiben.
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