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Wie wir testen

Jede Note auf dieser Seite entsteht nach demselben Verfahren. Hier steht, welche Kriterien wir anlegen, wie stark sie zählen, was wir bewusst nicht tun, und wo unsere Methode an Grenzen stösst.

Aktualisiert am 24. Juli 2026

Der Grundsatz: bezahlen, benutzen, dann bewerten

Der grösste Teil der Vergleichsartikel zu Sprachlern-Apps im deutschsprachigen Raum entsteht, ohne dass jemand die App länger als eine halbe Stunde benutzt hat. Man erkennt es an den immer gleichen Sätzen über spielerisches Lernen und daran, dass Preise genannt werden, die im Bestellprozess gar nicht mehr existieren.

Wir machen es anders und teurer. Für jede App, die eine vollständige Bewertung bekommt, kaufen wir ein reguläres Abonnement mit einem Schweizer Zahlungsmittel, lernen damit mindestens vier Wochen lang eine Sprache, die die testende Person vorher nicht sprach, und behalten das Konto anschliessend, um Preisänderungen und Verlängerungsrechnungen zu dokumentieren. Erst danach entsteht ein Text.

Das begrenzt, wie schnell wir wachsen können. Es ist der Grund, weshalb hier weniger vollständige Tests stehen als auf Portalen, die wöchentlich neue Artikel veröffentlichen. Wir halten das für den richtigen Kompromiss: eine Note, hinter der vier Wochen Arbeit stehen, ist mehr wert als zwanzig, hinter denen eine Pressemitteilung steht.

Die sieben Kriterien und ihre Gewichtung

Die Gesamtnote ist kein Bauchgefühl. Sie ist der gewichtete Durchschnitt aus sieben Einzelnoten, und diese Einzelnoten stehen in jeder Bewertung offen ausgeschrieben. Wenn du eine Bewertung liest und die Teilnoten im Kopf mittelst, musst du auf die Gesamtnote kommen. Tust du das nicht, ist uns ein Fehler unterlaufen, und wir möchten davon hören.

1

Lernwirksamkeit

25 %

Bleibt hängen, was die App unterrichtet, oder fühlt es sich nur produktiv an?

Wir lernen vier Wochen lang eine Sprache, die die Testperson nicht spricht, und prüfen danach ohne App: freies Sprechen mit einer muttersprachlichen Person, 60 zufällig gezogene Vokabeln aus dem Kursverlauf, ein Hörverstehenstext auf dem Niveau, das die App behauptet erreicht zu haben.

2

Preis-Leistung in CHF

20 %

Was kostet die App eine Person in der Schweiz wirklich, über zwei Jahre gerechnet?

Wir buchen mit Schweizer Zahlungsmittel und Schweizer IP. Wir notieren den Einstiegspreis, den Verlängerungspreis, die Währung der Abrechnung und ob eine Fremdwährungsgebühr anfällt. Der Vergleichswert ist immer der Preis pro Monat über 24 Monate, nicht der Werbepreis.

3

Inhaltstiefe

15 %

Wie weit trägt der Kurs, bevor das Material ausgeht?

Wir arbeiten die Kursübersicht durch und prüfen, ob die obersten Niveaus tatsächlich befüllt sind. Viele Anbieter werben mit C1 und liefern oberhalb von B1 nur noch lose Artikel. Wir zählen, wie viele Lektionen pro Niveau existieren, und ob es sie in allen beworbenen Sprachen gibt.

4

Spracherkennung

12 %

Erkennt die App wirklich, ob du korrekt sprichst?

Wir sprechen jeden Satz dreimal: einmal korrekt, einmal mit einem eingebauten Aussprachefehler, einmal als Kauderwelsch mit passender Satzmelodie. Eine Erkennung, die alle drei Varianten durchwinkt, ist eine Animation, keine Bewertung. Der Test läuft in ruhiger Umgebung und mit Hintergrundgeräusch.

5

App-Erlebnis

12 %

Lässt sich die App im Alltag benutzen, auch mit fünf Minuten im Tram?

Wir prüfen Ladezeiten, Offline-Modus, Synchronisation zwischen Handy und Browser, Unterbrechbarkeit einer Lektion, und wie penetrant die App auf Upgrades drängt. Getestet auf iOS und Android sowie im Desktop-Browser.

6

Preistransparenz

8 %

Siehst du vor dem Klick auf Kaufen, was du in zwölf Monaten zahlst?

Wir zählen, wie viele Klicks bis zum Verlängerungspreis nötig sind, ob dieser überhaupt genannt wird, wie die Kündigung funktioniert und ob die Kündigungsfrist im Bestellprozess sichtbar ist. Diese Note fliesst separat als Preistransparenz-Score in jede Bewertung ein.

7

Schweiz-Tauglichkeit

8 %

Funktioniert das Angebot für jemanden, der hier lebt?

Abrechnung in CHF oder in Euro, Akzeptanz von TWINT und Schweizer Karten, Verfügbarkeit der Landessprachen Französisch und Italienisch, Support in einer Sprache, die hier gesprochen wird, und ob Inhalte auf Schweizer Realität eingehen. Dieses Kriterium findest du auf keiner internationalen Vergleichsseite.

Warum Schweiz-Tauglichkeit ein eigenes Kriterium ist

Auf internationalen Vergleichsseiten taucht dieser Punkt nirgends auf, weil er dort keine Rolle spielt. Für jemanden, der in Zürich, Lausanne oder Chur lernt, entscheidet er über mehrere Dutzend Franken im Jahr und über die Frage, ob das Gelernte im Alltag überhaupt passt.

Konkret prüfen wir: Rechnet der Anbieter in Franken ab oder in Euro, und fällt bei der Kreditkarte eine Fremdwährungsgebühr an, die den beworbenen Preis um ein bis zwei Prozent erhöht? Lässt sich mit TWINT bezahlen? Gibt es die Kurssprachen, die hier wirklich gebraucht werden, also Französisch und Italienisch mit echtem Kursaufbau statt als Nebenschauplatz? Und geht das Material auf Schweizer Realität ein oder erklärt es die Anrede in Deutschland als wäre sie universell?

Eine App kann bei uns eine gute Gesamtnote bekommen und trotzdem in diesem Punkt schwach sein. Wir schreiben es dann ausdrücklich hin, statt es im Durchschnitt verschwinden zu lassen.

Wie wir mit Preisen umgehen

Preise sind der Punkt, an dem die meisten Vergleichsseiten unbrauchbar werden. Anbieter arbeiten mit Einstiegsrabatten, die nur für die erste Laufzeit gelten, und mit einem deutlich höheren Verlängerungspreis, der im Bestellprozess klein gedruckt oder gar nicht genannt wird.

Deshalb steht in jeder Bewertung ein Kasten mit den echten Kosten: was du im ersten Jahr zahlst, was die Verlängerung kostet, und was daraus über 24 Monate pro Monat wird. Diese Zahl ist der einzige faire Vergleichswert zwischen zwei Anbietern. Wir kennen sie, weil wir die Verlängerungsrechnungen tatsächlich bekommen haben.

Alle Frankenbeträge auf dieser Seite sind Momentaufnahmen mit Datum. Anbieter ändern Preise häufig und ohne Ankündigung. Der Preis auf der Anbieterseite gilt, unserer ist ein Anhaltspunkt mit Prüfdatum.

Was wir nicht tun

  • Wir nehmen kein Geld für eine Platzierung, eine Note oder eine Erwähnung. Es gibt keine bezahlten Plätze in unseren Ranglisten.
  • Wir lassen Anbieter Texte nicht vorab lesen und nehmen keine Korrekturwünsche zu Bewertungen entgegen.
  • Wir bewerten keine App, die wir nicht selbst als zahlende Kundschaft benutzt haben. Presse-Zugänge nehmen wir nur an, wenn wir zusätzlich ein normales Konto gekauft haben.
  • Wir veröffentlichen keine Note für ein Produkt, das seit unserem Test grundlegend umgebaut wurde, ohne den Test zu wiederholen.

Wo unsere Methode an Grenzen stösst

Vier Wochen sind lang genug, um zu beurteilen, ob eine App trägt, und zu kurz, um zu beurteilen, ob sie bis C1 trägt. Für die oberen Niveaus stützen wir uns auf die Struktur des Kursmaterials und auf Rückmeldungen von Lernenden, die den Weg gegangen sind, und kennzeichnen das entsprechend.

Wir testen ausserdem als Erwachsene mit deutscher Muttersprache. Kinder-Apps und Angebote für Lernende ohne lateinische Schrift bewerten wir zurückhaltender, weil unsere Testsituation nicht der Zielsituation entspricht. Wo das der Fall ist, steht es im Text.

Und schliesslich: Sprachenlernen ist individuell. Eine App, die für eine Person mit Pendelweg und Kopfhörern perfekt ist, kann für jemanden am Küchentisch mit einem Lehrbuch ungeeignet sein. Deshalb steht in jeder Bewertung ein Abschnitt darüber, für wen das Produkt ausdrücklich nicht gedacht ist.

Wie wir Bewertungen aktuell halten

Jede vollständige Bewertung trägt ein Datum der letzten Aktualisierung. Wir prüfen Preise und Funktionsumfang mindestens zweimal jährlich neu und ausserdem immer dann, wenn ein Anbieter einen grösseren Umbau ankündigt. Ändert sich dabei die Grundlage der Note, ändern wir die Note und schreiben dazu, was passiert ist.

Findest du eine Angabe, die nicht stimmt, melde sie uns. Wir korrigieren Fehler sichtbar und nicht stillschweigend.

Wer testet

Hinter jeder Bewertung steht eine namentlich genannte Person mit eigener Autorenseite, auf der steht, welchen Hintergrund sie mitbringt und welche Tests sie verantwortet. Anonyme Redaktionstexte gibt es hier nicht.

Und das Geld?

Sprachapps.ch finanziert sich über Affiliate-Provisionen. Wie das genau funktioniert, welche Anbieter uns zahlen und welche nicht, und warum das die Reihenfolge unserer Ranglisten nicht verändert, steht ausführlich in der Affiliate-Offenlegung.