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Busuu vs Duolingo 2026: Gratis reicht nicht immer

Beide sind kostenlos nutzbar, und genau das macht den Vergleich interessant. Die Frage ist nicht, was du sparst, sondern was du in der Gratisversion jeweils bekommst.

Unser Fazit

Duolingo gewinnt beim Dranbleiben, Busuu bei allem, was danach kommt. Wer eine Gewohnheit aufbauen will, fängt mit Duolingo an. Wer bereits täglich lernt und trotzdem nicht vorankommt, wechselt zu Busuu.

Busuu
4.4

Für alle, die Erklärungen brauchen und ihre freien Sätze von Muttersprachlern korrigiert bekommen wollen.

Zu Busuu
Duolingo
4.1

Für alle, die zuerst eine tägliche Gewohnheit brauchen oder eine Sprache kostenlos antesten wollen.

Zu Duolingo

Sieben Kriterien nebeneinander

Punktestand: Busuu gewinnt 4 Kriterien, Duolingo gewinnt 3. Der Rest ist Gleichstand. Welche Kriterien für dich zählen, entscheidest allerdings du.

KriteriumBusuuDuolingo
GratisversionUmfangreich, aber Kerninhalte hinter der BezahlschrankeVollständiger Kurszugang, finanziert über Werbung
DranbleibenSolide Struktur, moderater SogSerien und Erinnerungen wirken nachweislich stark
GrammatikerklärungenVorhanden, mit Begründung statt nur RegelKnapp bis nicht vorhanden, Lernen durch Raten
Korrektur durch MenschenEingebaut, Muttersprachler korrigieren freie ÜbungenNicht vorhanden
Inhaltstiefe über A2Trägt bei grossen Sprachen deutlich weiterKursbaum endet für die meisten Sprachen früher
Sprachauswahl14 Sprachen, dafür tiefer ausgebautÜber 40 Sprachen, inklusive seltener
ZertifikateBescheinigungen pro NiveauKeine

Ein Häkchen markiert den Vorteil in diesem Kriterium. Preise sind Momentaufnahmen, verbindlich ist der Betrag im Bestellprozess des Anbieters.

Zwei Gratisversionen, die Verschiedenes bedeuten

Beide Anbieter werben mit einer kostenlosen Version, und beide meinen damit etwas anderes. Bei Duolingo ist der komplette Kurs offen, finanziert über Werbung zwischen den Lektionen und über Begrenzungen bei Fehlversuchen. Du kannst eine Sprache von A1 bis zum Ende des Kursbaums lernen, ohne je zu zahlen.

Bei Busuu ist die Gratisversion ein ernsthaftes Schaufenster: Du siehst den Aufbau, kannst Lektionen bearbeiten und beurteilen, ob dir die Didaktik liegt. Zentrale Teile, insbesondere der volle Kurszugang und der Offline-Betrieb, liegen hinter der Bezahlschranke.

Für die Entscheidung heisst das: Wenn dein Budget bei null liegt und dort bleiben soll, ist die Sache eindeutig. Wenn du bereit bist, für Inhalt zu zahlen, ist die Gratisversion nur der Prüfstein und nicht das Produkt.

Ein Hinweis zur Einordnung, den wir überall dazuschreiben: An Duolingo verdienen wir nichts. Der Anbieter betreibt kein Partnerprogramm mit Umsatzbeteiligung, und der Link auf unseren Seiten bringt uns keine Provision. Bei Busuu erhalten wir eine, ohne Mehrkosten für dich.

Der Unterschied, der nach sechs Monaten zählt

In den ersten Wochen fühlt sich Duolingo schneller an. Die Rückmeldung kommt sofort, die Einheiten sind kürzer, und die Serie erzeugt einen Zug, den kein Mitbewerber erreicht. Wer noch nie eine Sprache durchgehalten hat, kommt hier weiter als irgendwo sonst.

Nach etwa sechs Monaten dreht sich das Bild, und zwar aus einem konkreten Grund. Wer Regeln erklärt bekommt, kann sie auf neue Sätze übertragen. Wer Muster durch Wiederholung aufnimmt, kann die geübten Sätze bilden und scheitert, sobald ein Satz leicht abgewandelt ist. Genau dieses Muster berichten Lernende immer wieder, und es ist keine Einbildung, sondern die Folge fehlender Erklärung.

Dazu kommt die Korrekturfunktion. Du schreibst oder sprichst frei, und Muttersprachler geben dir Rückmeldung. Keine Software kann beurteilen, ob dein selbst formulierter Satz natürlich klingt, und in dieser Preisklasse bietet das sonst niemand.

Die Einschränkung dazu gehört ebenfalls hierher: Diese Funktion lebt von der Gemeinschaft. Bei Englisch, Spanisch und Deutsch kommen Korrekturen meist innerhalb weniger Stunden, bei kleineren Sprachen kann es Tage dauern oder ausbleiben. Wer eine seltene Sprache lernt, sollte das nicht als Hauptargument werten.

Die Lösung, die beide Lager übersehen

Der Vergleich wird fast immer als Entweder-oder geführt, und dabei geht die naheliegendste Antwort verloren: beide zu nutzen, für verschiedene Aufgaben.

Konkret sieht das so aus. Duolingo bleibt in der kostenlosen Version als tägliche Grundlast, für Tage mit fünf Minuten Zeit und für die Aufrechterhaltung der Gewohnheit. Der bezahlte Kurs übernimmt die eigentliche Arbeit, mit zwei bis drei längeren Einheiten pro Woche, in denen tatsächlich Neues erklärt wird.

Das kostet nichts zusätzlich, weil die Gratisversion für ihre Aufgabe ausreicht. Der einzige Fehler wäre, für beide zu zahlen: Wer ein Kurs-Abo hat, braucht keine werbefreie Duolingo-Version, denn deren Zweck ist ausschliesslich, die Gewohnheit zu halten.

Und wichtiger als beide zusammen ist das, was keiner von ihnen leistet: mit Menschen sprechen. Wer Budget für ein zweites Produkt hat, investiert es besser in eine Gesprächslektion pro Woche als in eine zweite App.

Busuu im Detail

Das spricht dafür

  • Solide Gratis-Version zum Ausprobieren
  • Korrekturen durch Muttersprachler in der Community
  • Klare Niveaustruktur von A1 bis B2

Das solltest du wissen

  • Qualität der Community-Korrekturen schwankt
  • Weniger Sprachen als Duolingo

Duolingo im Detail

Das spricht dafür

  • Umfangreiche Gratis-Version
  • Sehr motivierend durch Gamification und Streaks
  • Grösste Sprachauswahl

Das solltest du wissen

  • Grammatik wird kaum erklärt
  • Für echtes Sprechen reicht es allein nicht

Häufige Fragen

Busuu oder Duolingo für Anfänger?
Für die ersten drei Monate Duolingo, weil es kostenlos ist und weil die tägliche Gewohnheit am Anfang mehr entscheidet als methodische Feinheiten. Sobald du täglich lernst und merkst, dass dir Erklärungen fehlen, ist Busuu die sinnvolle Ergänzung oder Ablösung.
Reicht die Gratisversion von Busuu?
Zum Ausprobieren ja, zum Lernen auf Dauer nicht. Der volle Kurszugang und der Offline-Betrieb liegen hinter der Bezahlschranke. Nutze sie, um zu prüfen, ob dir der Aufbau liegt, und entscheide dann.
Welche App hat mehr Sprachen?
Duolingo deutlich, mit über vierzig gegenüber vierzehn. Für einige seltene Sprachen ist es sogar eines der wenigen strukturierten Angebote überhaupt. Bei den grossen Sprachen ist Busuu dafür tiefer ausgebaut.
Bringt mich eine der beiden bis B2?
Keine von beiden allein. Duolingo endet für die meisten Sprachen eher im Bereich A2 bis B1, Busuu trägt bei grossen Sprachen weiter, stösst oberhalb von B1 aber ebenfalls an Grenzen. Für B2 brauchst du zusätzlich echte Inhalte und Gespräche mit Menschen.
Ist das Busuu-Zertifikat etwas wert?
Für die eigene Motivation und als Fortschrittsnachweis ja. Für Behörden, Einbürgerungsverfahren und die meisten Arbeitgebenden zählen dagegen die etablierten Sprachprüfungen. Kläre vor dem Lernen, welcher Nachweis konkret verlangt wird.

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