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Nadine Bürgi, Leiterin Testmethodik

Nadine Bürgi

Leiterin Testmethodik · Winterthur

Nadine verantwortet bei Sprachapps.ch die Testmethodik und prüft vor allem Selbstlern-Apps und deren Kursaufbau. Sie hat selbst erlebt, wie man drei Abos gleichzeitig laufen lässt und keines davon zu Ende bringt. Seither interessiert sie vor allem, was Lernende tatsächlich dranbleiben lässt.

Woher die Erfahrung stammt

  • Verantwortet die Testmethodik von Sprachapps.ch, also das Raster aus sieben gewichteten Kriterien, nach dem hier jede Bewertung entsteht.
  • Zehn Jahre lang Weiterbildungen für ein Zürcher KMU eingekauft und dabei gelernt, wie Anbieter Angebote so zuschneiden, dass sie im Vergleich gut aussehen.
  • Hat selbst drei Sprachlern-Abos parallel laufen lassen und keines abgeschlossen. Diese Erfahrung ist der Grund, weshalb bei uns in jeder Bewertung steht, für wen ein Produkt nicht gedacht ist.
  • Prüft schwerpunktmässig Selbstlern-Apps und deren Kursaufbau, insbesondere die Frage, wie weit ein Kurs oberhalb von B1 tatsächlich trägt.

Welche Sprachen Nadine selbst gelernt hat

Mit ehrlicher Einschätzung, inklusive der Sprachen, die liegengeblieben sind. Wer über Sprachenlernen schreibt, sollte offenlegen, wo er selbst steht.

EnglischC1

Im Berufsalltag über Jahre gebraucht. Ich weiss deshalb ziemlich genau, wo der Unterschied zwischen funktionierendem und souveränem Englisch liegt.

FranzösischB1

Schulfranzösisch, reaktiviert. Der Weg dorthin war genau der, den wir auf der Französisch-Seite beschreiben, inklusive der falschen Anfänge.

SpanischA2

Eines der drei Abos, die ich parallel laufen liess. Es ist das einzige, das ich später wieder aufgenommen habe.

ItalienischA1

Angefangen und liegengelassen. Ich schreibe das hin, weil eine Vergleichsseite, die nur Erfolge nennt, unglaubwürdig ist.

Standpunkte

Die Überzeugungen, die sich in den Texten dieser Person wiederfinden, offen ausgeschrieben. So kannst du einordnen, aus welcher Haltung heraus eine Bewertung entsteht.

Punkt 1

Die wichtigste Eigenschaft einer Sprachlern-App ist nicht ihre Didaktik, sondern ob du sie in sechs Monaten noch öffnest. Ein mittelmässiges Werkzeug, das du täglich benutzt, schlägt ein hervorragendes, das im Regal liegt. Deshalb steht in unseren Bewertungen die Frage nach dem Durchhalten so weit oben.

Punkt 2

Aus dem Weiterbildungseinkauf habe ich eine Gewohnheit mitgebracht, die ich für die wichtigste überhaupt halte: Ich vergleiche nie den beworbenen Preis, sondern immer die Gesamtkosten über die realistische Nutzungsdauer. Bei Sprachabos sind das 24 Monate, und die Rangfolge kehrt sich dabei erstaunlich oft um.

Punkt 3

Drei Abos gleichzeitig zu haben ist kein Zeichen von Motivation, sondern von fehlender Entscheidung. Ich empfehle inzwischen konsequent, ein Produkt zu wählen und ihm vier Wochen zu geben, bevor irgendetwas dazukommt.

Woran ein gutes Angebot erkennbar ist

Ich prüfe zuerst, was passiert, wenn ich einen Fehler mache. Erklärt die App, warum der Satz falsch war, oder zeigt sie nur die Lösung? Das eine führt zu Verständnis, das andere zu Raten mit besserer Trefferquote. Zweitens sehe ich nach, ob der Kurs oberhalb von B1 tatsächlich befüllt ist oder ob dort nur noch lose Artikel liegen. Und drittens zähle ich, wie viele Klicks es bis zum Verlängerungspreis braucht.

Das ergänzt das gemeinsame Raster aus sieben gewichteten Kriterien, das für alle Bewertungen auf dieser Seite gilt und in der Methodik vollständig beschrieben ist. Persönliche Schwerpunkte verändern die Gewichtung nicht, sie bestimmen nur, worauf jemand beim Testen zusätzlich achtet.

Wie wir arbeiten

Jede Bewertung entsteht auf Basis eines eigenen Tests mit einem selbst bezahlten Konto und mindestens vier Wochen Nutzung. Wir nehmen keine bezahlten Platzierungen an, Anbieter sehen Texte nicht vorab, und wer bewertet, kennt die Provisionshöhe des Partnerprogramms nicht.

Beiträge von Nadine Bürgi

Was in einem Test von Nadine steckt

Der Ablauf ist bei allen Bewertungen auf dieser Seite derselbe und dauert von der Entscheidung bis zur Veröffentlichung rund sechs Wochen. Am Anfang steht der Kauf eines regulären Abonnements mit einem Schweizer Zahlungsmittel. Dabei wird bereits protokolliert, was im Bestellprozess passiert: wie viele Klicks es bis zum Verlängerungspreis braucht, ob die Kündigungsfrist sichtbar ist und in welcher Währung die Karte tatsächlich belastet wird.

Danach folgen mindestens vier Wochen Nutzung, in denen eine Sprache gelernt wird, die die testende Person vorher nicht sprach. Am Ende steht eine Prüfung ohne App: freies Sprechen mit einer muttersprachlichen Person, sechzig zufällig gezogene Vokabeln aus dem Kursverlauf und ein Hörverstehenstext auf dem Niveau, das der Anbieter zu vermitteln behauptet. Erst aus diesen Ergebnissen entstehen die sieben Teilnoten.

Das Testkonto bleibt anschliessend bestehen. Nur so lassen sich Preisänderungen und Verlängerungsrechnungen über die Zeit dokumentieren, und nur deshalb können wir in jeder Bewertung schreiben, was ein Angebot über 24 Monate tatsächlich kostet statt was es zu kosten verspricht.

Was während dieses Ablaufs bewusst nicht passiert: Der Anbieter wird nicht informiert, bekommt den Text nicht vorab zu lesen und kann keine Korrektur an einer Note verlangen. Sachliche Fehler korrigieren wir jederzeit und für alle sichtbar, Einschätzungen nicht.

Unabhängigkeit im Alltag

Sprachapps.ch finanziert sich über Provisionen. Damit das die Bewertungen nicht verzerrt, gibt es eine organisatorische Trennung, die für alle hier gilt: Die Konditionen der Partnerprogramme liegen in der kaufmännischen Verwaltung, nicht im Bewertungsbogen. Wer eine App vier Wochen testet und die Teilnoten vergibt, arbeitet ohne diese Information.

Die Note entsteht deshalb, bevor überhaupt geprüft wird, ob es für das Produkt ein Partnerprogramm gibt. Mehrere Anbieter mit den höchsten Provisionssätzen unserer Liste stehen bei uns bewusst weit unten, und mehrere Empfehlungen bringen uns gar nichts ein, darunter kostenlose Apps und frei zugängliche Hörquellen wie Schweizer Radio.

Anfragen von Anbietern, die eine Platzierung kaufen oder eine Note nachverhandeln wollen, kommen regelmässig und werden ohne Ausnahme abgelehnt. Was das im Einzelnen bedeutet und woran du überprüfen kannst, ob wir uns daran halten, steht in der Offenlegung.

Korrekturen und Kontakt

Stimmt eine Angabe in einem dieser Texte nicht mehr, hat ein Anbieter sein Angebot umgebaut oder ist ein Fehler unterlaufen, dann melde es uns. Wir korrigieren sichtbar und nicht stillschweigend, und wir schreiben dazu, was sich geändert hat. Korrekturen gehen direkt an die Redaktion, die Adresse steht auf der Kontaktseite.