
Elira Krasniqi
Redaktorin Deutsch & Integration · Basel
Elira unterrichtet seit acht Jahren Deutsch als Zweitsprache und begleitet Lernende bis zum fide-Test und zur Einbürgerung. Sie schreibt bei uns über Deutsch, Sprachnachweise und alles, was Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger im Alltag wirklich weiterbringt.
Woher die Erfahrung stammt
- Seit acht Jahren Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache, mit Schwerpunkt auf Erwachsenen, die berufsbegleitend lernen.
- Begleitet Lernende bis zum fide-Test und durch Verfahren rund um Aufenthalt und Einbürgerung, kennt die kantonalen Unterschiede aus der Praxis.
- Ihre Familie kam 1998 in die Schweiz. Deutsch war für sie zuerst Schulsprache, dann Beruf, und der Weg über das Dialektverständnis ist ihr eigener.
- Kennt die geförderten Kursangebote in Gemeinden und Kantonen und weiss, wie oft sie übersehen werden, weil sie nicht beworben werden.
Welche Sprachen Elira selbst gelernt hat
Mit ehrlicher Einschätzung, inklusive der Sprachen, die liegengeblieben sind. Wer über Sprachenlernen schreibt, sollte offenlegen, wo er selbst steht.
Zu Hause gesprochen, geschrieben erst später gelernt. Genau die Lücke, die viele hier aufgewachsene Menschen mit Migrationsgeschichte kennen.
Zuerst Schulsprache, dann Studium, dann Beruf. Ich kenne jede Hürde, über die ich schreibe, von innen.
Ich verstehe alles und spreche weiterhin Hochdeutsch. Das ist kein Kompromiss, sondern der Weg, den ich auch meinen Lernenden empfehle.
Die bequeme Ausweichsprache. Sie ist der Hauptgrund, weshalb Menschen in Zürich oder Basel nach zehn Jahren noch kein Deutsch sprechen.
Standpunkte
Die Überzeugungen, die sich in den Texten dieser Person wiederfinden, offen ausgeschrieben. So kannst du einordnen, aus welcher Haltung heraus eine Bewertung entsteht.
Punkt 1Der grösste Fehler beim Deutschlernen in der Schweiz ist, mit Schweizerdeutsch anzufangen. Es gibt keine verbindliche Rechtschreibung, keine geprüften Kurse und keine Prüfung, die es anerkennt. Wer zuerst Dialekt lernt, hat bei Behörden nichts in der Hand.
Punkt 2Der zweite Fehler ist, das Hörverstehen aufzuschieben. In der Deutschschweiz wird man früh verstanden, weil alle auf Hochdeutsch wechseln, versteht aber selbst lange nichts. Wer von Anfang an täglich hört, verkürzt genau die Phase, die am meisten entmutigt.
Punkt 3Und ein Hinweis, den ich nicht oft genug wiederholen kann: Bevor jemand einen teuren Privatkurs bucht, sollte er bei der Wohngemeinde nachfragen. In vielen Gemeinden gibt es geförderte Kurse, die einen Bruchteil kosten und deren Lehrpersonen die Prüfungsverfahren aus der Praxis kennen.
Punkt 4Ich sage meinen Lernenden immer denselben Satz: Frag zuerst die zuständige Stelle, welches Niveau in welchen Fertigkeiten verlangt wird, und melde dich erst danach für einen Test an. Ein Jahr auf den falschen Nachweis hinzuarbeiten ist teuer und vermeidbar.
Woran ein gutes Angebot erkennbar ist
Bei Angeboten für Deutschlernende prüfe ich zuerst, ob die Erklärungen für Erwachsene taugen. Deutsch hat vier Fälle und eine Satzstellung, die man verstehen muss, statt sie zu erraten. Apps, die auf reine Mustererkennung setzen, führen zu verfestigten Artikelfehlern, die später mühsam zu korrigieren sind. Zweitens sehe ich nach, ob es überhaupt Material zu Prüfungsformaten gibt. Und drittens, ob der Anbieter zwischen Sprechen und Schreiben unterscheidet, weil die Anforderungen hier auseinanderfallen.
Das ergänzt das gemeinsame Raster aus sieben gewichteten Kriterien, das für alle Bewertungen auf dieser Seite gilt und in der Methodik vollständig beschrieben ist. Persönliche Schwerpunkte verändern die Gewichtung nicht, sie bestimmen nur, worauf jemand beim Testen zusätzlich achtet.
Wie wir arbeiten
Jede Bewertung entsteht auf Basis eines eigenen Tests mit einem selbst bezahlten Konto und mindestens vier Wochen Nutzung. Wir nehmen keine bezahlten Platzierungen an, Anbieter sehen Texte nicht vorab, und wer bewertet, kennt die Provisionshöhe des Partnerprogramms nicht.
Beiträge von Elira Krasniqi
- fide-Test: Vorbereitung, Ablauf und die richtigen AppsDer fide-Test prüft nicht Grammatik, sondern ob du Situationen bewältigst, die in der Schweiz tatsächlich vorkommen. Das verändert, wie du dich sinnvoll vorbereitest.
- Schweizerdeutsch lernen: Was funktioniert und was nichtEs gibt keine Schweizerdeutsch-App, die funktioniert, und es wird auch keine geben. Das ist kein Problem, sobald man versteht, warum, und was stattdessen hilft.
- Was in der Schweiz wirklich gratis istWer in der Schweiz lebt, hat Zugang zu kostenlosem Sprachmaterial, für das man anderswo bezahlen müsste. Der Grund ist die Mehrsprachigkeit des Landes, und die wenigsten nutzen ihn.
Was in einem Test von Elira steckt
Der Ablauf ist bei allen Bewertungen auf dieser Seite derselbe und dauert von der Entscheidung bis zur Veröffentlichung rund sechs Wochen. Am Anfang steht der Kauf eines regulären Abonnements mit einem Schweizer Zahlungsmittel. Dabei wird bereits protokolliert, was im Bestellprozess passiert: wie viele Klicks es bis zum Verlängerungspreis braucht, ob die Kündigungsfrist sichtbar ist und in welcher Währung die Karte tatsächlich belastet wird.
Danach folgen mindestens vier Wochen Nutzung, in denen eine Sprache gelernt wird, die die testende Person vorher nicht sprach. Am Ende steht eine Prüfung ohne App: freies Sprechen mit einer muttersprachlichen Person, sechzig zufällig gezogene Vokabeln aus dem Kursverlauf und ein Hörverstehenstext auf dem Niveau, das der Anbieter zu vermitteln behauptet. Erst aus diesen Ergebnissen entstehen die sieben Teilnoten.
Das Testkonto bleibt anschliessend bestehen. Nur so lassen sich Preisänderungen und Verlängerungsrechnungen über die Zeit dokumentieren, und nur deshalb können wir in jeder Bewertung schreiben, was ein Angebot über 24 Monate tatsächlich kostet statt was es zu kosten verspricht.
Was während dieses Ablaufs bewusst nicht passiert: Der Anbieter wird nicht informiert, bekommt den Text nicht vorab zu lesen und kann keine Korrektur an einer Note verlangen. Sachliche Fehler korrigieren wir jederzeit und für alle sichtbar, Einschätzungen nicht.
Unabhängigkeit im Alltag
Sprachapps.ch finanziert sich über Provisionen. Damit das die Bewertungen nicht verzerrt, gibt es eine organisatorische Trennung, die für alle hier gilt: Die Konditionen der Partnerprogramme liegen in der kaufmännischen Verwaltung, nicht im Bewertungsbogen. Wer eine App vier Wochen testet und die Teilnoten vergibt, arbeitet ohne diese Information.
Die Note entsteht deshalb, bevor überhaupt geprüft wird, ob es für das Produkt ein Partnerprogramm gibt. Mehrere Anbieter mit den höchsten Provisionssätzen unserer Liste stehen bei uns bewusst weit unten, und mehrere Empfehlungen bringen uns gar nichts ein, darunter kostenlose Apps und frei zugängliche Hörquellen wie Schweizer Radio.
Anfragen von Anbietern, die eine Platzierung kaufen oder eine Note nachverhandeln wollen, kommen regelmässig und werden ohne Ausnahme abgelehnt. Was das im Einzelnen bedeutet und woran du überprüfen kannst, ob wir uns daran halten, steht in der Offenlegung.
Korrekturen und Kontakt
Stimmt eine Angabe in einem dieser Texte nicht mehr, hat ein Anbieter sein Angebot umgebaut oder ist ein Fehler unterlaufen, dann melde es uns. Wir korrigieren sichtbar und nicht stillschweigend, und wir schreiben dazu, was sich geändert hat. Korrekturen gehen direkt an die Redaktion, die Adresse steht auf der Kontaktseite.