
Céline Rochat
Redaktorin Online-Unterricht · Lausanne
Céline hat Romanistik studiert und mehrere Jahre in Bern gearbeitet, wo sie täglich zwischen Französisch und Deutsch gewechselt hat. Bei uns schreibt sie über Online-Unterricht, Tutoren-Plattformen und den Weg vom Schulfranzösisch zur Sitzung in der Romandie.
Woher die Erfahrung stammt
- Studium der Romanistik, mit Schwerpunkt auf Sprachvariation im französischsprachigen Raum.
- Mehrere Jahre in Bern gearbeitet und dabei täglich zwischen Französisch und Deutsch gewechselt, also genau in der Situation, über die sie schreibt.
- Testet Lektionen auf Tutoren-Plattformen konsequent selbst, statt sich auf Anbieterbeschreibungen zu verlassen. Bislang über hundert Probelektionen bei verschiedenen Lehrpersonen.
- Betreut die Bereiche Online-Unterricht, Tutoren-Marktplätze und Französisch für Deutschschweizer.
Welche Sprachen Céline selbst gelernt hat
Mit ehrlicher Einschätzung, inklusive der Sprachen, die liegengeblieben sind. Wer über Sprachenlernen schreibt, sollte offenlegen, wo er selbst steht.
Aus der Waadt. Septante, huitante, nonante sind für mich keine Kuriosität, sondern die Zahlen, die ich am Telefon höre.
In Bern im Berufsalltag gelernt, nicht im Kurs. Hochdeutsch schreibe und spreche ich sicher, Berndeutsch verstehe ich, spreche es aber nicht.
Im Studium aufgebaut. Als Französischsprachige ein leichter Einstieg, mit dem bekannten Nebeneffekt, dass sich die Wortschätze mischen.
Solide, aber ich merke jedes Mal, wie schnell es rostet, wenn ich es ein halbes Jahr nicht brauche.
Standpunkte
Die Überzeugungen, die sich in den Texten dieser Person wiederfinden, offen ausgeschrieben. So kannst du einordnen, aus welcher Haltung heraus eine Bewertung entsteht.
Punkt 1Die Plattform entscheidet weniger, als alle glauben. Der Unterschied zwischen einer guten und einer mittelmässigen Lehrperson ist um ein Vielfaches grösser als der zwischen zwei Marktplätzen. Wer lange zwischen Anbietern abwägt und dann die erstbeste Lehrkraft bucht, hat die Sorgfalt an der falschen Stelle eingesetzt.
Punkt 2Das zuverlässigste Warnzeichen in einer Probelektion ist einfach zu messen: Wenn die Lehrperson mehr als die Hälfte der Zeit redet, zahlst du dafür, jemandem zuzuhören.
Punkt 3Deutschschweizer Lernende unterschätzen ihr Französisch systematisch. Nach sechs Jahren Schulunterricht ist der passive Wortschatz gross, es fehlt fast nur die Sprechroutine. Wer deshalb bei Lektion eins neu anfängt, verliert vier bis sechs Monate und meistens auch die Motivation.
Punkt 4Und ein Punkt, den internationale Vergleiche nie machen: Wer in der Romandie arbeiten will, sollte eine Lehrperson von hier wählen. Nicht wegen des Akzents, sondern wegen der Zahlen und des Verwaltungswortschatzes, die im französischen Kursmaterial schlicht nicht vorkommen.
Woran ein gutes Angebot erkennbar ist
Ich achte in der Probelektion auf drei Dinge. Erstens, ob die Lehrperson Rückfragen zum Ziel stellt, bevor sie loslegt, denn ohne Ziel gibt es keinen Plan. Zweitens, wie korrigiert wird: sofort und unterbrechend oder gesammelt am Ende. Beides hat seinen Ort, aber wer es nicht bewusst wählt, macht es zufällig. Drittens messe ich meinen eigenen Redeanteil.
Das ergänzt das gemeinsame Raster aus sieben gewichteten Kriterien, das für alle Bewertungen auf dieser Seite gilt und in der Methodik vollständig beschrieben ist. Persönliche Schwerpunkte verändern die Gewichtung nicht, sie bestimmen nur, worauf jemand beim Testen zusätzlich achtet.
Wie wir arbeiten
Jede Bewertung entsteht auf Basis eines eigenen Tests mit einem selbst bezahlten Konto und mindestens vier Wochen Nutzung. Wir nehmen keine bezahlten Platzierungen an, Anbieter sehen Texte nicht vorab, und wer bewertet, kennt die Provisionshöhe des Partnerprogramms nicht.
Beiträge von Céline Rochat
- PreplyTest & ErfahrungenSprechen üben mit echten Lehrpersonen
- italkiTest & ErfahrungenGünstig mit Muttersprachlern sprechen
- LingodaTest & ErfahrungenFester Kursplan mit Zertifikat
- Französisch für Deutschschweizer: Vom Schulfranzösisch zum BerufFast alle Deutschschweizer hatten jahrelang Französisch. Fast niemand traut sich, damit eine Sitzung zu leiten. Das ist ein Formatproblem, kein Talentproblem.
Was in einem Test von Céline steckt
Der Ablauf ist bei allen Bewertungen auf dieser Seite derselbe und dauert von der Entscheidung bis zur Veröffentlichung rund sechs Wochen. Am Anfang steht der Kauf eines regulären Abonnements mit einem Schweizer Zahlungsmittel. Dabei wird bereits protokolliert, was im Bestellprozess passiert: wie viele Klicks es bis zum Verlängerungspreis braucht, ob die Kündigungsfrist sichtbar ist und in welcher Währung die Karte tatsächlich belastet wird.
Danach folgen mindestens vier Wochen Nutzung, in denen eine Sprache gelernt wird, die die testende Person vorher nicht sprach. Am Ende steht eine Prüfung ohne App: freies Sprechen mit einer muttersprachlichen Person, sechzig zufällig gezogene Vokabeln aus dem Kursverlauf und ein Hörverstehenstext auf dem Niveau, das der Anbieter zu vermitteln behauptet. Erst aus diesen Ergebnissen entstehen die sieben Teilnoten.
Das Testkonto bleibt anschliessend bestehen. Nur so lassen sich Preisänderungen und Verlängerungsrechnungen über die Zeit dokumentieren, und nur deshalb können wir in jeder Bewertung schreiben, was ein Angebot über 24 Monate tatsächlich kostet statt was es zu kosten verspricht.
Was während dieses Ablaufs bewusst nicht passiert: Der Anbieter wird nicht informiert, bekommt den Text nicht vorab zu lesen und kann keine Korrektur an einer Note verlangen. Sachliche Fehler korrigieren wir jederzeit und für alle sichtbar, Einschätzungen nicht.
Unabhängigkeit im Alltag
Sprachapps.ch finanziert sich über Provisionen. Damit das die Bewertungen nicht verzerrt, gibt es eine organisatorische Trennung, die für alle hier gilt: Die Konditionen der Partnerprogramme liegen in der kaufmännischen Verwaltung, nicht im Bewertungsbogen. Wer eine App vier Wochen testet und die Teilnoten vergibt, arbeitet ohne diese Information.
Die Note entsteht deshalb, bevor überhaupt geprüft wird, ob es für das Produkt ein Partnerprogramm gibt. Mehrere Anbieter mit den höchsten Provisionssätzen unserer Liste stehen bei uns bewusst weit unten, und mehrere Empfehlungen bringen uns gar nichts ein, darunter kostenlose Apps und frei zugängliche Hörquellen wie Schweizer Radio.
Anfragen von Anbietern, die eine Platzierung kaufen oder eine Note nachverhandeln wollen, kommen regelmässig und werden ohne Ausnahme abgelehnt. Was das im Einzelnen bedeutet und woran du überprüfen kannst, ob wir uns daran halten, steht in der Offenlegung.
Korrekturen und Kontakt
Stimmt eine Angabe in einem dieser Texte nicht mehr, hat ein Anbieter sein Angebot umgebaut oder ist ein Fehler unterlaufen, dann melde es uns. Wir korrigieren sichtbar und nicht stillschweigend, und wir schreiben dazu, was sich geändert hat. Korrekturen gehen direkt an die Redaktion, die Adresse steht auf der Kontaktseite.