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Bist du bereit für den fide-Test?

Zehn Situationen aus dem Schweizer Alltag und fünf ehrliche Fragen zum Sprechen. Am Ende weisst du, wo deine Lücken liegen und woran du zuerst arbeiten solltest.

Aktualisiert am 24. Juli 2026

Was dieser Test ist und was nicht

Dieses Werkzeug ist kein fide-Test und steht in keiner Verbindung zur Geschäftsstelle fide oder zum Staatssekretariat für Migration. Es ist ein redaktionelles Angebot von Sprachapps.ch.

Das ist nicht der offizielle fide-Test und keine Prüfungssimulation. Der fide-Test prüft mündliches Handeln in Rollensituationen mit einer prüfenden Person, und das lässt sich im Browser nicht nachbilden. Wer dir etwas anderes verspricht, verkauft dir etwas.

Was hier geht: Du prüfst, ob du typische Schweizer Alltagssituationen verstehst, und du schätzt deine mündlichen Fertigkeiten selbst ein. Beides zusammen zeigt dir zuverlässig, wo dein Engpass liegt. Verbindlich ist ausschliesslich ein offizieller Test bei einer anerkannten Stelle.

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1. Zehn Alltagssituationen

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Alle Situationen stammen aus dem Schweizer Alltag: Gemeinde, Krankenkasse, Arbeit, Wohnung, Verkehr. Es geht nicht um Grammatik, sondern darum, ob du verstehst, was von dir erwartet wird.

Bei der GemeindeNiveau A1
1. Am Schalter sagt die Mitarbeiterin: «Sie müssen das Formular ausfüllen und bis Ende Monat zurückbringen.» Was machst du?
Beim ArztNiveau A2
2. Die Praxisassistentin fragt: «Sind Sie bei uns schon angemeldet?» Was will sie wissen?
Am ArbeitsplatzNiveau B1
3. Dein Vorgesetzter schreibt: «Können Sie mir bis Freitag eine kurze Rückmeldung geben?» Wie antwortest du am besten?
KrankenkasseNiveau B1
4. In einem Brief steht: «Die Franchise beträgt CHF 300. Danach beteiligen Sie sich mit 10 Prozent am Selbstbehalt.» Was heisst das?
WohnungNiveau B1
5. Die Verwaltung schreibt: «Die Wohnungsabgabe erfolgt am 31. März, besenrein.» Was musst du tun?
Beim EinkaufenNiveau A1
6. An der Kasse fragt die Verkäuferin: «Möchten Sie den Kassenzettel?» Was ist gemeint?
SchuleNiveau A2
7. Auf einem Elternbrief steht: «Wir bitten um Ihr Erscheinen am Elternabend.» Was bedeutet das?
Öffentlicher VerkehrNiveau A2
8. Die Durchsage lautet: «Dieser Zug verkehrt heute nur bis Olten. Bitte steigen Sie dort um.» Was machst du, wenn du nach Bern willst?
BehördeNiveau B1
9. Im Schreiben steht: «Bei Nichteinhalten der Frist kann die Bewilligung nicht verlängert werden.» Wie dringend ist das?
NachbarschaftNiveau A2
10. Die Nachbarin sagt: «Chasch mer schnäll hälfe?» Du verstehst den Dialekt nicht ganz. Was tust du?

2. Fünf Fragen zum Sprechen

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Der mündliche Teil des fide-Tests lässt sich im Browser nicht nachbilden. Diese Selbsteinschätzung ist deshalb ehrlich gemeint: Sie zeigt dir, wo du beim Sprechen stehst, und sie ist nur so gut wie deine Ehrlichkeit.

Einen Termin telefonisch vereinbaren, verschieben oder absagen
Fällt mir schwerMache ich sicher
Bei einer Amtsstelle ein Anliegen vorbringen und auf Rückfragen antworten
Fällt mir schwerMache ich sicher
Beim Arzt Beschwerden beschreiben und Anweisungen verstehen
Fällt mir schwerMache ich sicher
Ein Missverständnis klären, ohne die Sprache zu wechseln
Fällt mir schwerMache ich sicher
Am Arbeitsplatz nachfragen, wenn ich eine Anweisung nicht verstanden habe
Fällt mir schwerMache ich sicher
Noch offen: 15 Angaben.

Warum der fide-Ansatz anders funktioniert

Klassische Sprachprüfungen fragen Sprachwissen ab: Lückentexte, Grammatikaufgaben, Textsorten. Der fide-Ansatz geht anders vor. Er prüft, ob du sprachlich handeln kannst, und zwar in Situationen, die dem Leben in der Schweiz entnommen sind.

Konkret heisst das, dass du im mündlichen Teil nicht über ein Thema referierst, sondern eine Situation bewältigst. Ein Termin wird verschoben, eine Auskunft eingeholt, ein Missverständnis geklärt, ein Anliegen bei einer Amtsstelle vorgebracht. Bewertet wird, ob dein Gegenüber versteht, was du willst, und ob du verstehst, was von dir erwartet wird.

Für die Vorbereitung folgt daraus etwas Unbequemes: Wer wochenlang Grammatiktabellen auswendig lernt, bereitet sich auf eine andere Prüfung vor. Sinnvoller ist, Alltagssituationen tatsächlich durchzuspielen, laut, mit einer anderen Person, mehrfach. Dafür braucht es weniger Lernmaterial und mehr Gesprächspartner.

Warum wir nach dem Sprechen gesondert fragen

Sprechen und Hören werden beim fide-Verfahren getrennt von Lesen und Schreiben ausgewiesen. Das ist für viele ein Vorteil, weil das mündliche Niveau bei Menschen, die hier leben und arbeiten, oft höher liegt als das schriftliche.

Genau deshalb reicht ein reiner Verständnistest nicht aus, um dir zu sagen, wo du stehst. Jemand kann alle zehn Situationen richtig einordnen und trotzdem am Telefon blockieren. Umgekehrt kommen viele im Gespräch gut durch und scheitern an einem Formular. Die fünf Selbsteinschätzungsfragen fangen genau diesen Unterschied ein.

Sei dabei ehrlich. Eine geschönte Selbsteinschätzung führt zu einem geschönten Ergebnis, und das nützt dir vor einer Prüfung nichts. Wer bei den Sprechfragen niedrig liegt, hat kein Problem, sondern eine klare Diagnose, und die ist mehr wert als ein gutes Gefühl.

Der Fehler, der am meisten kostet

Aus der Beratungspraxis: Der teuerste Fehler ist nicht ein zu tiefes Niveau, sondern der falsche Nachweis. Menschen arbeiten ein Jahr auf ein Zertifikat hin und erfahren dann, dass die Stelle, bei der sie es einreichen, es nicht akzeptiert.

Die Anforderungen unterscheiden sich nach Zweck, nach Kanton und teilweise nach Gemeinde. Plattformeigene Zertifikate von Apps oder Onlinesprachschulen dokumentieren einen Kursbesuch und sind für Behördenverfahren in der Regel nicht ausreichend.

Deshalb steht in unserer Auswertung als erster Schritt immer dasselbe: Frag zuerst schriftlich bei der zuständigen kantonalen Stelle nach, welches Niveau in welchen Fertigkeiten verlangt wird. Diese eine Anfrage kostet nichts und erspart im Zweifel ein Jahr Arbeit in die falsche Richtung.

Der Weg, den ich empfehle

Wenn du bereits im Alltag Deutsch sprichst, brauchst du für die gezielte Vorbereitung meist drei bis sechs Monate. Wer bei null anfängt, muss zuerst das geforderte Niveau erreichen, und das dauert je nach Zielniveau ein bis zwei Jahre.

In beiden Fällen lohnt sich derselbe erste Schritt: Frag bei deiner Wohngemeinde oder der kantonalen Integrationsfachstelle nach geförderten Kursen mit fide-Bezug. In vielen Gemeinden gibt es sie, sie kosten einen Bruchteil eines Privatkurses, und die Lehrpersonen kennen das Verfahren aus der Praxis. Dieses Angebot wird ständig übersehen, weil es nicht beworben wird und in keiner Suchmaschine oben steht.

Den vollständigen Ablauf mit Vorbereitungsplan findest du im fide-Leitfaden.

Häufige Fragen

Ist das der offizielle fide-Test?
Nein, und wir bilden ihn auch nicht nach. Der fide-Test prüft mündliches Handeln in Rollensituationen mit einer prüfenden Person, was sich im Browser nicht abbilden lässt. Hier prüfst du das Verstehen typischer Schweizer Alltagssituationen und schätzt deine mündlichen Fertigkeiten selbst ein.
Ersetzt das Ergebnis eine Niveaueinstufung?
Nein. Das Ergebnis zeigt dir, wo deine Lücken liegen, und ist keine Einstufung nach dem Referenzrahmen. Verbindlich ist ausschliesslich ein offizieller Test bei einer anerkannten Stelle.
Woher stammen die Aufgaben?
Es sind eigene Formulierungen unserer Redaktion, keine Prüfungsaufgaben. Sie orientieren sich am fide-Ansatz, Sprache in Handlungssituationen zu prüfen, und spielen bewusst in Kontexten, die in der Schweiz tatsächlich vorkommen: Gemeinde, Krankenkasse, Arbeit, Wohnung, Verkehr.
Welches Niveau brauche ich für meinen Sprachnachweis?
Das hängt vom Zweck ab, also Aufenthalt, Niederlassung oder Einbürgerung, sowie vom Kanton und teilweise von der Gemeinde. Das mündliche Niveau wird meist höher angesetzt als das schriftliche. Verbindlich ist ausschliesslich die Auskunft der zuständigen kantonalen Stelle.
Warum fragt ihr nach meiner E-Mail-Adresse?
Damit wir dir die Auswertung samt Erklärungen zusenden können und weil der Newsletter einen Teil dieser Arbeit finanziert. Die Auswertung siehst du unmittelbar danach auf der Seite, und der gesamte redaktionelle Teil ist ohne Adresse lesbar.
Wie bereite ich mich auf den mündlichen Teil vor?
Indem du die Situationen laut mit einer anderen Person durchspielst, mehrfach: Termin verschieben, Auskunft einholen, Missverständnis klären, Anliegen bei einer Amtsstelle vorbringen. Keine App bereitet darauf vor, weil sie nicht zurückfragt und nicht unterbricht.