Was kostet es, Französisch zu lernen?
Für Französisch gibt es reichlich Angebot in allen Preislagen, und für Menschen in der Schweiz kommt ein Vorteil dazu, den kein anderes Land hat: Das Sprachgebiet liegt vor der Haustür.
- Bis zu einem soliden Niveau lässt sich Französisch fast kostenlos lernen. Die öffentlichen Sender der Romandie liefern gratis Material in der richtigen Variante.
- Bezahlen lohnt sich für Sprechzeit mit einer Lehrperson aus der Westschweiz und, falls nötig, für ein Zertifikat wie das DELF oder DALF.
- Wer eine App will, vergleicht den Preis über 24 Monate und beachtet bei Euro-Abrechnung die Fremdwährungsgebühr. Meist ist Geld in Sprechzeit besser angelegt.
Wie weit du gratis kommst
Für Französisch ist das kostenlose Angebot gross, und für die Schweiz ist es besonders wertvoll, weil die öffentlichen Sender der Romandie Material in genau der Variante liefern, die du hier brauchst.
Das Rohmaterial ist reichlich und gratis: Radio und Fernsehen aus der Westschweiz, Podcasts, Nachrichten, dazu die riesige Menge an französischsprachigen Inhalten aus Frankreich und der Frankophonie. Für den strukturierten Einstieg gibt es kostenlose Kurse und die Gratisstufen der grossen Apps, die für die ersten Monate tragen.
Die Lücke, die gratis bleibt, ist wie überall die Gesprächszeit mit verlässlicher Korrektur. Ein Tandem mit einer Person aus der Romandie kostet nur Zeit und liefert das Gespräch, aber niemand korrigiert dich dort systematisch. Genau dort lohnt sich später ein kleines Budget.
Der Vorteil, den nur die Schweiz bietet
Bei kaum einer Sprache ist der Übungsraum so nah und so günstig erreichbar. Romandie und, für Italienisch, das Tessin liegen in wenigen Zugstunden, und ein Tag oder ein Wochenende dort kostet wenig und wirkt stark.
Für den Sprung von A2 auf B1 ist ein solcher Aufenthalt eine der wirksamsten Ausgaben überhaupt, weil er zu ständigem Gebrauch zwingt und die fehlende Anforderung herstellt. Entscheidend ist, dort tatsächlich Französisch zu sprechen und nicht ins Deutsche oder Englische zu wechseln.
Dazu kommt der berufliche Wert: Weil Französisch in der Schweiz über die Sprachgrenze hinweg gefragt ist, beteiligen sich Arbeitgeber überdurchschnittlich oft an Kursen, wenn ein Bezug zur Tätigkeit besteht. Diese Möglichkeit wird selten genutzt, weil kaum jemand danach fragt.
Wofür sich Bezahlen lohnt
Zwei Ausgaben sind bei Französisch gut angelegt, und beide haben mit dem Sprechen und der richtigen Variante zu tun.
Die erste ist Sprechzeit mit einer Lehrperson aus der Romandie. Onlineunterricht ist günstig, und weil du nach Herkunft filtern kannst, bekommst du die Schweizer Variante mit den richtigen Zahlwörtern und dem Verwaltungswortschatz. Zwei halbe Stunden pro Woche wirken stärker als jede App-Mitgliedschaft.
Die zweite ist gezielte Prüfungsvorbereitung, wenn du ein Zertifikat brauchst. Für Französisch sind das vor allem DELF und DALF, deren Prüfungsgebühren im mittleren Frankenbereich liegen. Kläre vorher bei der Stelle, die den Nachweis verlangt, welches Zertifikat in welcher Höhe zählt, und melde dich erst danach an.
Was eine App kostet und wann sie sich lohnt
Französisch wird von allen grossen Kursanbietern unterstützt, das Angebot ist also gross und der Wettbewerb drückt die Preise. Trotzdem ist eine App bei Französisch selten der wichtigste Posten.
Sinnvoll ist ein Kursprogramm vor allem am Anfang, für Struktur und Erklärungen, und für die Aussprache, wenn es gutes Audiomaterial bietet. Wer den beworbenen Monatspreis vergleicht, sollte ihn über 24 Monate rechnen, weil eine Sprache länger dauert als jede Aktionsfrist, und bei Abrechnung in Euro die Fremdwährungsgebühr der Karte einplanen.
Ab B1 verschiebt sich der Wert weg von der App hin zu echten Inhalten und Sprechzeit. Ein mehrjähriges Abo lohnt sich dann selten, weil die Sender der Romandie das Hörmaterial kostenlos liefern und das Geld in Unterricht besser aufgehoben ist.
Die günstigste sinnvolle Zusammenstellung
Wer wenig ausgeben und trotzdem zügig vorankommen will, kombiniert am besten so.
- Gratis für alles Aufnehmende: Radio und Fernsehen aus der Romandie, Podcasts, Bibliotheksbücher. Das deckt Wortschatz und Hörverstehen in der richtigen Variante ab.
- Ein kleines Budget nur für Sprechzeit mit einer Lehrperson aus der Westschweiz, dem einen Posten ohne kostenlosen Ersatz.
- Gelegentlich ein Tag oder ein Wochenende in der Romandie, günstig erreichbar und für das Sprechen wirksamer als jeder Kurs.
- Nur bei Bedarf: gezielte DELF- oder DALF-Vorbereitung, und erst nach Rückfrage bei der verlangenden Stelle.