Koreanisch lernen: Die besten Apps im Test 2026
Koreanisch hat den zugänglichsten Einstieg aller ostasiatischen Sprachen und den steilsten Anstieg danach. Die Schrift lernst du in einer Woche, die Höflichkeitsformen begleiten dich Jahre.
- 24
- Grundzeichen im Alphabet
- 3 bis 7 Tage
- typische Lerndauer für Hangul
- TOPIK I und II
- offizielle Prüfungen
Wie schwer ist Koreanisch für Deutschsprachige?
Zeitbedarf: 1800 bis 2200 Stunden bis B2
Der Einstieg täuscht. Die Schrift ist schnell gelernt, Satzbau und Höflichkeitsstufen sind es nicht.
Die besten Apps für Koreanisch
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1. italki
Höflichkeitsstufen entscheiden im Koreanischen über den ganzen Ton eines Satzes und lassen sich nur mit Rückmeldung durch Menschen lernen.
2. Pod101 (Innovative Language)
Umfangreiches Audiomaterial nach Niveaus mit Erklärungen zum kulturellen Kontext, der beim Koreanischen sprachlich unmittelbar relevant ist.
3. Lingopie
Wer wegen koreanischer Serien angefangen hat, sollte genau damit lernen. Doppelte Untertitel machen aus Freizeit tatsächliche Übungszeit.
Warum in der Schweiz gerade Koreanisch wächst
Die Nachfrage nach Koreanisch ist in den letzten Jahren auch hierzulande spürbar gestiegen, und der Grund ist kein beruflicher. Er liegt bei Musik, Serien und Filmen, die eine ganze Generation an die Sprache herangeführt haben. Das ist eine ungewöhnlich gute Ausgangslage, weil Motivation und Hörmaterial von Anfang an vorhanden sind.
Gleichzeitig ist die koreanischsprachige Gemeinschaft in der Schweiz klein. Sprechgelegenheiten entstehen nicht von selbst, sondern nur, wenn du sie herstellst. Onlineunterricht mit Lehrpersonen in Korea ist deshalb bei dieser Sprache kein Zusatz, sondern der Hauptkanal. Die Zeitverschiebung erlaubt Lektionen am frühen Morgen Schweizer Zeit, was für viele besser funktioniert als Abendtermine.
Ein Hinweis zur Motivationsquelle selbst: Wer über Serien und Musik einsteigt, hat einen Vorsprung beim Hören und beim informellen Register, und eine Lücke beim formellen. Die Sprache, die in Dramen gesprochen wird, ist häufig die vertraute Form unter Gleichaltrigen. Wer diese Formen im falschen Kontext verwendet, wirkt in Korea unhöflich, ohne es zu wollen. Es lohnt sich, die höfliche Standardform bewusst als Grundlage zu lernen.
Hangul: das beste Argument für den Einstieg
Das koreanische Alphabet wurde im 15. Jahrhundert gezielt entworfen, damit es leicht zu lernen ist, und dieses Ziel wurde erreicht. Es besteht aus 24 Grundzeichen, die zu Silbenblöcken zusammengesetzt werden, und die Zeichenformen bilden teilweise die Stellung der Sprechwerkzeuge ab.
Praktisch bedeutet das, dass du Hangul in drei bis sieben Tagen lesen kannst. Nicht verstehen, aber lesen und laut vorlesen. Diese Erfahrung ist bei einer ostasiatischen Sprache ungewöhnlich und ein starker Motivationsschub am Anfang.
Wie beim Japanischen gilt: Beginne sofort damit und benutze keine Umschrift. Sie ist bei Koreanisch besonders unzuverlässig, weil mehrere Umschriftsysteme kursieren und keines die Aussprache sauber abbildet. Eine Woche investiert, und du bist diese Krücke los.
Wo der eigentliche Aufwand liegt
Nach der Schrift wird es anspruchsvoll, und zwar aus drei Gründen. Erstens der Satzbau: Das Verb steht am Ende, Nebensätze werden anders gebaut, und Partikel markieren die Rolle jedes Satzteils. Wie beim Japanischen erfordert das echtes Umdenken.
Zweitens die Höflichkeitsstufen. Koreanisch kennt mehrere Sprechebenen, deren Wahl vom Verhältnis zwischen den Sprechenden abhängt, also von Alter, Position und Vertrautheit. Es geht dabei nicht nur um einzelne Wörter, sondern um unterschiedliche Verbendungen für denselben Inhalt. Das ist der Bereich, in dem Lernende am längsten unsicher bleiben, und der Grund, weshalb Unterricht bei dieser Sprache so viel bringt.
Drittens der Wortschatz, der aus zwei Schichten besteht: einer koreanischen und einer aus dem Chinesischen stammenden. Zahlen etwa gibt es in zwei vollständigen Systemen, die je nach Zusammenhang verwendet werden. Das verdoppelt den Lernaufwand in einigen Bereichen.
Ein Fahrplan für das erste Jahr
Für die typische Ausgangslage: Erwachsene ohne Vorkenntnisse, Motivation über Musik und Serien, Ziel ist Verstehen und einfache Konversation.
- Woche 1: Hangul vollständig, nichts anderes. Danach nie wieder Umschrift verwenden.
- Monat 1 bis 3: Grundgrammatik und Satzbau mit einer Kurs-App, dazu die höfliche Standardform als Grundeinstellung. Serien weiterschauen, aber mit koreanischen Untertiteln statt nur deutschen.
- Monat 4 bis 6: Wöchentlicher Einzelunterricht beginnt. Schwerpunkt auf Sprechen und auf der Frage, welche Höflichkeitsstufe wann gilt.
- Monat 7 bis 12: Wortschatz systematisch ausbauen, beide Zahlensysteme festigen, TOPIK I als Zwischenziel ansetzen. Zweimal pro Woche sprechen.
Die Höflichkeitsstufen, praktisch erklärt
Das ist der Teil, an dem westliche Lernende am häufigsten unsicher bleiben, und die üblichen Erklärungen machen es komplizierter, als es sein muss.
Im Kern geht es darum, dass die Verbendung anzeigt, in welchem Verhältnis du zu deinem Gegenüber stehst. Es gibt nicht nur eine Unterscheidung wie zwischen du und Sie, sondern mehrere Stufen, die sich nach Alter, Position und Nähe richten. Wer die falsche wählt, wirkt entweder distanziert oder unangemessen vertraut.
Für Lernende gilt eine einfache Regel: Lern zuerst ausschliesslich die höfliche Standardform. Sie ist in fast jeder Situation richtig, in der du dich als Erwachsener bewegst, also gegenüber Fremden, Kolleginnen, Lehrpersonen und älteren Menschen. Mit dieser einen Stufe kommst du im ganzen ersten Jahr aus, ohne je unhöflich zu wirken.
Die vertraute Form lernst du danach, und zwar bewusst als zweiten Schritt. Genau hier entsteht ein verbreitetes Problem: Wer viel über Serien lernt, übernimmt die vertraute Form zuerst, weil dort meist Gleichaltrige miteinander sprechen. Im echten Gespräch mit einer älteren Person oder im beruflichen Umfeld ist sie dann deutlich unpassend.
Der zuverlässigste Weg, das zu sortieren, ist eine Lehrperson. Höflichkeit ist der Bereich, in dem Selbstlernen am wenigsten trägt, weil dir niemand sagt, wenn du danebenliegst, und Muttersprachler aus Rücksicht darüber hinwegsehen.
Kurz gefragt zu Koreanisch
Die häufigsten Fragen, jeweils mit der Antwort oben und den Angaben, die für Koreanisch gelten.
Häufige Fragen zu Koreanisch
Wie lange dauert es, Hangul zu lernen?
Ist Koreanisch leichter als Japanisch?
Kann ich mit Serien Koreanisch lernen?
Brauche ich Unterricht?
Was ist TOPIK?
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