Chinesisch lernen: Die besten Apps im Test 2026
Bei Chinesisch entscheidet sich in den ersten sechs Wochen, ob es funktioniert. Wer die Töne dort nicht sauber lernt, korrigiert sie später jahrelang.
- 4
- Töne plus neutraler Ton
- ca. 2500
- Zeichen für flüssiges Lesen
- HSK 1 bis 9
- Stufen der offiziellen Prüfung
Wie schwer ist Chinesisch für Deutschsprachige?
Zeitbedarf: 1800 bis 2200 Stunden bis B2
Die Grammatik ist überraschend einfach. Töne und Zeichen machen den gesamten Aufwand aus.
Die besten Apps für Chinesisch
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1. italki
Töne lassen sich nicht ohne Rückmeldung lernen. Eine Lehrperson in den ersten Monaten ist bei Chinesisch keine Ergänzung, sondern die Grundlage.
2. Babbel
Deutschsprachige Erklärungen und klarer Aufbau für die ersten Niveaus, was den Einstieg ordnet.
3. Glossika
Massives Hören und Nachsprechen ganzer Sätze trainiert die Tonfolge im Zusammenhang statt isoliert, was dem echten Sprechen näher kommt.
Chinesisch in der Schweiz: klarer beruflicher Fall, kleiner Alltagsnutzen
Anders als bei Portugiesisch oder Albanisch wirst du Chinesisch in der Schweiz im Alltag selten brauchen. Die chinesischsprachige Gemeinschaft ist überschaubar und konzentriert sich auf Zürich, Genf und Basel sowie auf das universitäre Umfeld.
Beruflich sieht es anders aus. In Pharma, Maschinenbau, Uhrenindustrie, Logistik, Finanzwesen und im Tourismus gibt es reale Berührungspunkte, und die Schweiz unterhält seit Jahren enge Handelsbeziehungen nach China. Wer in einem dieser Bereiche arbeitet und Chinesisch auf einem brauchbaren Niveau spricht, gehört zu einer sehr kleinen Gruppe.
Diese Ausgangslage sollte die Entscheidung prägen. Chinesisch aus reiner Neugier zu lernen ist möglich, aber angesichts von rund zweitausend Stunden Aufwand eine grosse Investition ohne Anwendung. Mit einem beruflichen oder persönlichen Anlass dahinter ist die Rechnung eine völlig andere. Wer diesen Anlass nicht hat, kommt mit Spanisch oder Französisch für denselben Zeiteinsatz erheblich weiter.
Die Töne entscheiden alles, und zwar früh
Mandarin hat vier Töne und einen neutralen. Die Tonhöhe ist dabei kein Ausdruck von Stimmung, sondern Teil des Wortes. Dieselbe Silbe bedeutet je nach Ton Mutter, Hanf, Pferd oder Vorwurf, und wer den Ton verfehlt, sagt schlicht ein anderes Wort.
Für deutschsprachige Ohren ist das ungewohnt, weil Tonhöhe im Deutschen Satzmelodie transportiert und nicht Bedeutung. Genau hier liegt die häufigste Fehlentwicklung: Lernende hören den Unterschied anfangs nicht, gewöhnen sich Näherungen an und merken erst nach Monaten, dass Muttersprachler sie nicht verstehen.
Die praktische Konsequenz ist eindeutig. Investiere die ersten sechs bis acht Wochen überproportional in Tonarbeit mit Rückmeldung durch einen Menschen, nicht durch eine App. Danach wird es deutlich billiger, weiterzumachen. Wer die Töne dagegen später korrigieren muss, braucht dafür ein Vielfaches der Zeit, weil falsche Muster sich festsetzen.
Pinyin und Zeichen: wie du beides sinnvoll verbindest
Pinyin ist die offizielle Umschrift in lateinischen Buchstaben und für den Einstieg unverzichtbar, weil du damit Aussprache und Töne festhalten kannst. Es ist aber kein Schriftsystem für den Alltag: Echte chinesische Texte sind ausschliesslich in Zeichen geschrieben.
Die häufige Fehlentscheidung ist, ein Jahr nur mit Pinyin zu arbeiten und die Zeichen aufzuschieben. Das führt dazu, dass du sprechen kannst und nichts lesen, und dass der Wortschatz stagniert, weil er ab einem gewissen Punkt fast nur noch über Schriftliches wächst.
Bewährt hat sich, Pinyin für die ersten vier bis sechs Wochen als reine Aussprachehilfe zu nutzen und danach jedes neue Wort sofort mit seinem Zeichen zu lernen. Nimm dabei die häufigsten Zeichen zuerst und lerne sie in Wörtern statt einzeln. Für flüssiges Lesen von Zeitungstexten brauchst du rund 2500 Zeichen, für einfache Alltagstexte reichen 800 bis 1000.
Die gute Nachricht: die Grammatik
Chinesische Grammatik ist für Deutschsprachige einer der angenehmsten Teile überhaupt. Verben werden nicht konjugiert, es gibt keine Zeitformen im deutschen Sinn, kein grammatisches Geschlecht, keine Fälle, keine Artikel und keine Mehrzahlendungen.
Zeitbezug wird über Zeitangaben und einige Partikel ausgedrückt, nicht über Verbformen. Das bedeutet, dass ein Satz wie gestern ich gehen Kino grammatikalisch korrekt ist, sobald man die Wortstellung beherrscht. Wer sich einmal daran gewöhnt hat, empfindet das als Erleichterung gegenüber europäischen Sprachen.
Der Aufwand liegt vollständig woanders: bei den Tönen, den Zeichen und dem Hörverstehen. Das ist wichtig für die Wahl der Lernmittel, denn eine App, die viel Grammatikübung anbietet, löst bei Chinesisch nicht dein eigentliches Problem.
Vereinfacht oder traditionell
Auf dem chinesischen Festland und in Singapur werden vereinfachte Zeichen verwendet, in Taiwan, Hongkong und Macau traditionelle. Die gesprochene Sprache ist davon nicht betroffen, es geht ausschliesslich um die Schrift.
Für die meisten Lernenden ist vereinfacht die richtige Wahl, weil das Lernmaterial überwiegend darauf ausgerichtet ist und der Aufwand kleiner. Wer beruflich mit Taiwan oder Hongkong zu tun hat, wählt traditionell. Ein Wechsel später ist möglich, aber unangenehm, weshalb sich die Entscheidung am Anfang lohnt.
Kurz gefragt zu Chinesisch
Die häufigsten Fragen, jeweils mit der Antwort oben und den Angaben, die für Chinesisch gelten.
Häufige Fragen zu Chinesisch
Wie schwer ist Chinesisch wirklich?
Kann ich die Töne mit einer App lernen?
Muss ich chinesische Zeichen lernen?
Vereinfachte oder traditionelle Zeichen?
Lohnt sich Chinesisch beruflich in der Schweiz?
Was ist der HSK?
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