Was kostet es, Spanisch zu lernen?
Spanisch ist nach Englisch die Sprache mit dem grössten und günstigsten Angebot. Wer clever kombiniert, kommt für sehr wenig Geld auf ein gutes Niveau.
- Spanisch hat ein riesiges kostenloses Angebot an Serien, Musik und Podcasts. Bis zu einem soliden Niveau kommt man fast ohne Kosten aus.
- Onlineunterricht ist bei Spanisch besonders günstig, weil sehr viele Lehrpersonen aus Lateinamerika mit niedrigen Preisen unterrichten. Das ist der eine Posten, der sich lohnt.
- Ein DELE-Zertifikat kostet mehr, lohnt sich aber nur, wenn eine Stelle es verlangt. Kläre das vorher bei der verlangenden Stelle.
Wie weit du gratis kommst
Bei Spanisch ist die ehrliche Antwort: sehr weit. Nach Englisch hat keine Sprache ein so grosses kostenloses Angebot, weil die spanischsprachige Welt riesig ist und ständig Inhalte produziert.
Das Rohmaterial ist praktisch unbegrenzt und gratis: Serien und Filme, unzählige Podcasts und Videos, Nachrichten in einfachem Spanisch, Musik aus dem gesamten Sprachraum. Für den strukturierten Einstieg gibt es kostenlose Kurse und die Gratisstufen der grossen Apps, die für die ersten Monate tragen.
Die Lücke, die gratis bleibt, ist Gesprächszeit mit verlässlicher Korrektur. Tandempartnerschaften mit Spanischsprachigen sind leicht zu finden und kosten nur Zeit, aber niemand korrigiert dich dort systematisch. Dafür lohnt sich später ein kleines Budget, und bei Spanisch ist dieses Budget besonders klein.
Warum Unterricht bei Spanisch so günstig ist
Bei kaum einer Sprache ist Einzelunterricht so preiswert wie bei Spanisch, und der Grund ist die Grösse und Verteilung des Sprachraums.
Auf den internationalen Marktplätzen unterrichten sehr viele Lehrpersonen aus Lateinamerika, die mit den Lebenshaltungskosten ihres Wohnorts kalkulieren. Das drückt die Preise deutlich unter das, was Präsenzunterricht in der Schweiz kostet, und die grosse Auswahl bedeutet, dass du leicht jemanden findest, der zu dir passt.
Für dich heisst das: Der eine sinnvolle Ausgabeposten, nämlich Sprechzeit mit Korrektur, ist bei Spanisch günstiger als bei fast jeder anderen Sprache. Zwei halbe Stunden pro Woche kosten wenig und wirken stärker als jede App-Mitgliedschaft.
Wann sich Bezahlen lohnt
Neben der günstigen Sprechzeit gibt es zwei Fälle, in denen Geld sinnvoll angelegt ist.
Der erste ist Struktur am Anfang. Ein Kursprogramm liefert eine feste Reihenfolge und Erklärungen, was die ersten Monate erleichtert. Wer den Monatspreis vergleicht, sollte ihn über 24 Monate rechnen und bei Euro-Abrechnung die Fremdwährungsgebühr einplanen. Ab B1 verschiebt sich der Wert weg von der App hin zu echten Inhalten.
Der zweite ist ein Zertifikat, wenn du es brauchst. Für Spanisch ist das vor allem das DELE, dessen Prüfungsgebühren im mittleren Frankenbereich liegen. Wie bei jeder Sprache gilt: Kläre zuerst bei der Stelle, die den Nachweis verlangt, welches Zertifikat und welches Niveau zählen, und melde dich erst danach an.
Was eine App wirklich kostet
Spanisch wird von allen grossen Anbietern unterstützt, und der Wettbewerb ist gross. Trotzdem ist ein mehrjähriges Abo bei Spanisch selten die beste Verwendung des Geldes.
Der beworbene Monatspreis gilt fast immer nur für die erste Laufzeit, danach verlängert sich das Abo zum höheren regulären Satz. Der einzige faire Vergleichswert ist der Durchschnitt über 24 Monate, weil eine Sprache länger dauert als jede Aktionsfrist. Rechnet der Anbieter in Euro oder Dollar ab, kommt die Fremdwährungsgebühr deiner Karte dazu.
Weil Spanisch so viel kostenloses Material und so günstigen Unterricht hat, geht die Rechnung oft zugunsten der Kombination aus Gratisinhalten und ein paar Onlinelektionen aus, statt zugunsten eines langen App-Abos. Ein Monatsabo für den Einstieg ist meist die ehrlichere Wahl als ein Jahresvertrag.
Die günstigste sinnvolle Zusammenstellung
Wer wenig ausgeben und trotzdem zügig vorankommen will, kombiniert am besten so.
- Gratis für alles Aufnehmende: Serien, Musik, Podcasts und Bibliotheksbücher. Das deckt Wortschatz und Hörverstehen vollständig ab.
- Ein kleines Budget für günstige Sprechzeit mit einer Lehrperson aus Lateinamerika, dem einen Posten ohne kostenlosen Ersatz.
- Ein selbst geführtes Wiederholungssystem statt eines Abos, gefüttert mit den Wörtern, die dir im Gespräch gefehlt haben.
- Nur bei Bedarf: gezielte DELE-Vorbereitung, und erst nach Rückfrage bei der verlangenden Stelle.