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Arabisch lernen

Arabisch lernen: Hocharabisch oder Dialekt, und warum das zählt

Bei Arabisch entscheidet eine einzige Frage über deinen gesamten Lernweg, und die meisten Anfänger beantworten sie falsch, weil ihnen niemand sagt, dass es sie gibt.

28
Buchstaben, von rechts nach links
2
Sprachformen, die parallel existieren
ca. 2200
Stunden bis B2

Wie schwer ist Arabisch für Deutschsprachige?

Sehr anspruchsvoll

Zeitbedarf: rund 1800 bis 2200 Stunden bis B2

Anspruchsvoll durch die Doppelstruktur aus Hochsprache und Dialekten, das Wurzelsystem und die Schrift. Kein einziger Bereich lässt sich aus dem Deutschen ableiten.

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Für die Dialektwahl entscheidend

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Der einzige Weg, gezielt eine Lehrperson aus der Region zu finden, deren Dialekt du brauchst. Bei dieser Sprache ist die Herkunft der Lehrperson wichtiger als bei jeder anderen.

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2. Preply

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Vergleichbares Prinzip, teilweise mehr Lehrpersonen aus dem Maghreb und der Levante. Sinnvoll für Dialekte, die anderswo schlecht abgedeckt sind.

Für den Einstieg mit Dialektoption

3. Mango Languages

Noch nicht getestetab CHF ~8 / Mt.

Führt neben Hocharabisch mehrere Dialekte als eigene Kurse, was im App-Markt selten ist. Brauchbar für die erste Orientierung, ersetzt aber keine Lehrperson.

🇨🇭 Für die Schweiz

Arabisch in der Schweiz: viele Herkünfte, viele Dialekte

Arabischsprachige in der Schweiz kommen aus sehr unterschiedlichen Ländern: aus Syrien, dem Irak, dem Libanon, Ägypten, Tunesien, Marokko, Algerien, Somalia, dem Sudan und weiteren. Das ist für Lernende die zentrale Information, denn die gesprochenen Varianten dieser Länder unterscheiden sich erheblich, teilweise bis zur gegenseitigen Unverständlichkeit im Alltag.

Wer hier Arabisch lernt, tut das meist aus einem von drei Gründen: eine berufliche Tätigkeit in Betreuung, Bildung, Sozialarbeit oder Gesundheitswesen, eine persönliche Verbindung, oder ein wissenschaftliches Interesse. Diese drei Zwecke führen zu unterschiedlichen Antworten auf die Dialektfrage, und deshalb steht sie hier ganz vorn.

Für die berufliche Nutzung in der Schweiz ist die Levante-Variante, also Syrisch, Libanesisch, Palästinensisch und Jordanisch, oft die praktischste Wahl, weil sie viele Menschen hier abdeckt und im Sprachraum breit verstanden wird. Wer dagegen mit Menschen aus dem Maghreb arbeitet, braucht deren Variante, denn die Unterschiede sind dort am grössten.

Ein Hinweis für Familien und Schulen: In mehreren Kantonen gibt es Unterricht in heimatlicher Sprache und Kultur auf Arabisch. Er vermittelt in der Regel die Hochsprache und ist für Kinder aus arabischsprachigen Familien der strukturierteste Zugang zum Lesen und Schreiben.

Die Entscheidung, die alles bestimmt

Arabisch existiert in zwei Formen nebeneinander, und beide sind echt. Das modern gebrauchte Hocharabisch ist die Sprache der Nachrichten, der Zeitungen, der Literatur, der Verwaltung und der formellen Rede. Es ist in der ganzen arabischen Welt einheitlich und wird überall verstanden. Als Muttersprache spricht es niemand.

Daneben stehen die gesprochenen Varianten, die sich regional stark unterscheiden. Sie sind die Sprache des Alltags, der Familie, des Marktes, des Fernsehens ausserhalb der Nachrichten. Ein Sprecher aus Marokko und einer aus dem Irak verständigen sich im Alltag nicht ohne Weiteres und weichen im Zweifel auf die Hochsprache oder auf eine dritte Sprache aus.

Was das für dich heisst: Wenn du Hocharabisch lernst, kannst du Zeitung lesen und Nachrichten verstehen, aber du kannst dich mit deinen Nachbarn nicht unterhalten, ohne merkwürdig zu wirken. Es klingt ungefähr so, als würdest du im Alltag in gehobener Schriftsprache reden. Wenn du einen Dialekt lernst, kannst du reden, aber nicht lesen.

Die pragmatische Antwort für die meisten Menschen in der Schweiz lautet: Beginne mit dem Dialekt deines Umfelds, wenn dein Ziel Verständigung ist. Beginne mit der Hochsprache, wenn dein Ziel Lesen, Studium oder Beruflich-Formelles ist. Und wenn du beides willst, dann nacheinander und nicht gleichzeitig.

Was du auf keinen Fall tun solltest, ist die Frage zu ignorieren und einfach den erstbesten Kurs zu nehmen. Genau das führt dazu, dass jemand nach einem Jahr Hocharabisch feststellt, dass er im Alltag nicht mitreden kann.

Die Schrift ist einfacher als ihr Ruf

Das arabische Alphabet hat 28 Buchstaben und wird von rechts nach links geschrieben. Beides schreckt ab und ist in wenigen Wochen zu bewältigen.

Die Besonderheit ist, dass die meisten Buchstaben je nach Position im Wort unterschiedliche Formen haben, also am Anfang, in der Mitte, am Ende oder allein stehend. Das klingt nach viel Auswendiglernen und ist in der Praxis überschaubar, weil die Grundform erkennbar bleibt und sich meist nur die Anbindung ändert. Rechne mit drei bis sechs Wochen bis zum langsamen Lesen.

Die eigentliche Hürde kommt danach und wird selten vorher genannt: Kurze Vokale werden im normalen Schriftbild nicht geschrieben. Ein Text besteht also aus Konsonantengerüsten, und du musst wissen, welches Wort gemeint ist, um es überhaupt aussprechen zu können. Lernmaterial setzt die Vokalzeichen anfangs, echte Texte tun es nicht.

Praktisch heisst das: Lesen wird erst dann flüssig, wenn dein Wortschatz gross genug ist, um Wörter am Konsonantengerüst zu erkennen. Bis dahin ist Lesen anstrengend und langsam, und das ist kein Zeichen für einen Fehler, sondern die Eigenart dieser Schrift.

Wie beim Russischen gilt: Verwende von Anfang an keine lateinische Umschrift. Sie ist eine Abkürzung, die dich später Monate kostet.

Das Wurzelsystem, die eigentliche gute Nachricht

Es gibt einen Bereich, in dem Arabisch überraschend systematisch ist und Deutschsprachigen sogar entgegenkommt, sobald sie ihn verstanden haben.

Fast jedes Wort baut auf einer Wurzel aus meist drei Konsonanten auf, die eine Grundbedeutung trägt. Aus dieser Wurzel entstehen nach festen Mustern ganze Wortfamilien: das Verb, der Täter, der Ort, das Werkzeug, das Ergebnis. Wer die Wurzel und die Muster kennt, kann die Bedeutung eines unbekannten Wortes oft erschliessen, ohne es je gesehen zu haben.

Das ist beim Wortschatzaufbau ein erheblicher Vorteil, und er wirkt genau dort, wo andere Sprachen zäh werden. Während du in einer romanischen Sprache jedes seltene Wort einzeln lernst, bekommst du hier ab einem gewissen Punkt ganze Gruppen auf einmal.

Der praktische Rat daraus: Lern von Anfang an mit Wurzeln statt mit isolierten Wörtern. Wenn dir ein neues Wort begegnet, frag nach der Wurzel und schau, welche verwandten Wörter es gibt. Diese Gewohnheit kostet am Anfang Zeit und zahlt sich ab Monat sechs deutlich aus.

Der Preis dafür ist die Verbmorphologie. Es gibt zahlreiche Verbstämme mit jeweils eigener Bedeutungsverschiebung, und die Formen sind zahlreicher als im Deutschen. Das ist der Bereich, in dem eine gute Lehrperson am meisten Zeit spart.

Was tatsächlich funktioniert

Bei einer Sprache dieses Aufwands ist die Zusammenstellung wichtiger als bei jeder anderen auf dieser Seite. Dieser Weg hat sich bewährt.

  • Zuerst die Dialektfrage entscheiden, bevor du irgendetwas kaufst. Sie bestimmt dein gesamtes Material, und ein Wechsel nach sechs Monaten kostet den grössten Teil dieser Zeit.
  • Die Schrift in den ersten Wochen, unabhängig von der Entscheidung. Auch wer nur sprechen will, profitiert davon, weil er sonst dauerhaft auf Umschrift angewiesen bleibt.
  • Einzelunterricht als Grundlage, nicht als Ergänzung. Bei Arabisch ist das Angebot an Selbstlernmaterial für Dialekte dünn, und die Aussprache enthält Laute, die es im Deutschen nicht gibt und die ohne Korrektur falsch verfestigt werden.
  • Ein Wiederholungssystem, das nach Wurzeln organisiert ist statt alphabetisch. Das nutzt den grössten strukturellen Vorteil dieser Sprache aus.
  • Hörmaterial aus der Zielregion. Für Hocharabisch sind Nachrichtensender die naheliegende Quelle, für Dialekte Serien und Musik aus dem jeweiligen Land.
  • Realistische Zeitplanung. Bei rund 1800 bis 2200 Stunden bis B2 ist das ein mehrjähriges Vorhaben. Wer mit der Erwartung startet, in einem Jahr fliessend zu sein, hört im zweiten auf.

Kurz gefragt zu Arabisch

Die häufigsten Fragen, jeweils mit der Antwort oben und den Angaben, die für Arabisch gelten.

Häufige Fragen zu Arabisch

Soll ich Hocharabisch oder einen Dialekt lernen?
Den Dialekt deines Umfelds, wenn dein Ziel Verständigung ist. Die Hochsprache, wenn dein Ziel Lesen, Studium oder formelle Kommunikation ist. Beides geht, aber nacheinander und nicht gleichzeitig. Die Frage zu ignorieren ist der häufigste und teuerste Anfängerfehler bei dieser Sprache.
Welcher Dialekt ist in der Schweiz am nützlichsten?
Für viele Situationen die Levante-Variante, also Syrisch, Libanesisch, Palästinensisch und Jordanisch, weil sie viele Menschen hier abdeckt und im Sprachraum breit verstanden wird. Wer mit Menschen aus dem Maghreb zu tun hat, braucht deren Variante, denn dort sind die Unterschiede am grössten.
Wie schwer ist die arabische Schrift?
Das Alphabet ist in drei bis sechs Wochen lesbar. Die eigentliche Hürde kommt danach: Kurze Vokale werden im normalen Schriftbild nicht geschrieben, weshalb flüssiges Lesen erst möglich wird, wenn dein Wortschatz gross genug ist, um Wörter am Konsonantengerüst zu erkennen.
Wie lange dauert Arabisch bis B2?
Rund 1800 bis 2200 Stunden für deutschsprachige Lernende, also vergleichbar mit Japanisch oder Chinesisch. Bei einer Stunde täglich ist das ein Vorhaben über mehrere Jahre. Wer das vorher weiss, plant anders und hört seltener nach dem ersten Jahr auf.
Was ist das Wurzelsystem?
Fast jedes Wort baut auf einer Wurzel aus meist drei Konsonanten auf, die eine Grundbedeutung trägt. Aus ihr entstehen nach festen Mustern ganze Wortfamilien. Wer Wurzel und Muster kennt, kann unbekannte Wörter oft erschliessen. Das ist der grösste strukturelle Vorteil dieser Sprache beim Wortschatzaufbau.
Gibt es gute Apps für arabische Dialekte?
Das Angebot ist dünn. Die meisten grossen Anbieter unterrichten Hocharabisch, einzelne führen ausgewählte Dialekte als eigene Kurse. Für Dialekte ist Einzelunterricht mit einer Lehrperson aus der Zielregion in der Praxis der einzige verlässliche Weg.

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