Welche App ist die beste für Japanisch?
Bei Japanisch führt die ehrliche Antwort weg von der einen App. Die Sprache verlangt mehrere Werkzeuge, und das wichtigste davon ist kein klassischer Kurs, sondern ein Wiederholungssystem.
- Keine einzelne App trägt Japanisch allein, weil drei Schriftsysteme, Höflichkeitsstufen und Sprechen unterschiedliche Werkzeuge verlangen.
- Die sinnvolle Kombination: eine Kurs-App für Grammatik und Grundlagen, ein Wiederholungssystem mit Abstandsprinzip für die Kanji und eine Lehrperson fürs Sprechen.
- Das wichtigste Werkzeug ist das Wiederholungssystem, weil die rund zweitausend Kanji über Jahre aufgebaut werden.
Warum keine App allein reicht
Bei Japanisch ist die Frage nach der besten App falsch gestellt, weil die Sprache aus mehreren Aufgaben besteht, die keine App zusammen löst. Die Schrift mit drei Systemen, die Höflichkeitsstufen und das Sprechen verlangen je ein anderes Werkzeug.
Eine Kurs-App ist am Anfang für Grammatik und Grundwortschatz nützlich, weil sie eine Reihenfolge vorgibt, was bei einem mehrjährigen Vorhaben wertvoll ist. Aber sie deckt weder den langen Kanji-Aufbau noch das Sprechen mit seinen Höflichkeitsstufen ab.
Deshalb lautet die ehrliche Empfehlung nicht eine App, sondern eine Kombination. Wer das akzeptiert, plant von Anfang an richtig und wundert sich später nicht, dass die eine App nicht weiterträgt.
Das wichtigste Werkzeug: ein Wiederholungssystem
Der grösste Zeitfaktor bei Japanisch ist die Schrift, genauer die Kanji: rund zweitausend Zeichen mit je mehreren Lesungen für einen erwachsenen Lesestand. Sie werden über Jahre aufgebaut, und dafür ist ein Wiederholungssystem mit Abstandsprinzip das wirksamste Werkzeug überhaupt.
Ein solches System zeigt dir jedes Zeichen genau dann wieder, wenn du es fast vergessen hast, was den Lernaufwand über die Jahre entscheidend senkt. Es ist meist kostenlos oder sehr günstig und wichtiger als jede klassische Kurs-App, weil ohne es die aufgebauten Kanji wieder verschwinden.
Der Rat: Beginne die Silbenschriften Hiragana und Katakana in den ersten Wochen, und baue danach die Kanji kontinuierlich in kleinen Portionen auf, im Zusammenhang echter Wörter statt in isolierten Listen. Das Wiederholungssystem ist dabei dein zentrales Werkzeug.
Wofür die Kurs-App gut ist
Eine Kurs-App hat bei Japanisch trotzdem ihren Platz, nur nicht als alleinige Lösung. Sie ist am Anfang für Grammatik und Grundlagen nützlich.
Der japanische Satzbau ist fremd, weil das Verb ans Ende rückt und die Rollen im Satz durch angehängte Partikel markiert werden. Eine App, die das erklärt und eine Reihenfolge vorgibt, hilft über den Einstieg, wo die Gefahr besteht, sich im ungeordneten Selbstlernen zu verlieren.
Achte auf eine App mit klaren Erklärungen für den Satzbau und die höfliche Standardform, die du zuerst lernen solltest. Sie liefert das Gerüst, in das du die Kanji aus dem Wiederholungssystem und das Sprechen aus dem Unterricht einhängst.
Warum das Sprechen einen Menschen braucht
Das dritte Werkzeug ist eine Lehrperson, und bei Japanisch aus einem sprachspezifischen Grund: den Höflichkeitsstufen. Sie zeigen über die Verbform an, in welchem Verhältnis man zum Gegenüber steht, und die falsche Stufe wirkt distanziert oder unangemessen vertraut.
Das lässt sich im Selbststudium schlecht sichern, weil dir niemand sagt, wenn du danebenliegst, und Muttersprachler aus Rücksicht darüber hinwegsehen. Eine App kann die Regeln erklären, aber ob du sie richtig anwendest, sagt dir zuverlässig nur ein Mensch.
Onlineunterricht mit japanischen Lehrpersonen ist verfügbar. Zwei halbe Stunden pro Woche reichen am Anfang, wenn du sie mit dem Selbstlernen dazwischen verbindest, und sie lösen das Sprechen, das keine App abnimmt.
So stellst du es zusammen
Die beste Zusammenstellung für Japanisch besteht aus drei Bausteinen, nicht aus einer App.
- Eine Kurs-App oder ein Lehrmittel für Grammatik, Satzbau und die höfliche Standardform, vor allem am Anfang.
- Ein Wiederholungssystem mit Abstandsprinzip für die Kanji, das wichtigste und langfristigste Werkzeug.
- Eine Lehrperson fürs Sprechen und für die Höflichkeitsstufen, die man sich selbst nicht sichern kann.
- Dazu kostenlose Inhalte, Serien und Lernvideos, von denen es dank der Popularität von Anime und Manga viele gibt.