Was kostet es, Japanisch zu lernen?
Japanisch ist ein grosses Zeitprojekt, aber kein besonders teures. Das meiste Material ist kostenlos verfügbar, und Geld lohnt sich vor allem an zwei Stellen.
- Der Zeitaufwand ist hoch, die Geldkosten müssen es nicht sein. Für Japanisch gibt es viel kostenloses Material, von Anime bis zu Lernvideos.
- Bezahlen lohnt sich für Struktur beim Schrifterwerb und für Sprechzeit mit Korrektur, gerade wegen der Höflichkeitsstufen.
- Ein JLPT-Zertifikat kostet zusätzlich, lohnt sich aber nur, wenn Studium oder Arbeitgeber es verlangen. Kläre das vorher bei der verlangenden Stelle.
Wie weit du gratis kommst
Bei Japanisch ist die Geldfrage angenehmer als die Zeitfrage. Weil die Sprache über Anime, Manga und Popkultur weltweit beliebt ist, gibt es riesige Mengen kostenlosen Materials und eine grosse Gemeinschaft von Lernenden, die Ressourcen teilen.
Das Rohmaterial ist reichlich und gratis: Serien und Filme, Musik, Lernvideos, Podcasts für Japanischlernende und Foren, in denen Fragen beantwortet werden. Die beiden Silbenschriften lassen sich mit kostenlosen Materialien lernen, und für den Anfang tragen die Gratisstufen der Apps.
Die Lücken, die gratis bleiben, sind zwei: eine verlässliche Struktur für den langen Schrifterwerb und Gesprächszeit mit Korrektur, besonders für die Höflichkeitsstufen. Genau dort lohnt sich später ein Budget, während der grösste Teil des Lernens kostenlos läuft.
Wofür sich Struktur lohnt
Anders als bei einer romanischen Sprache ist bei Japanisch die Struktur ein eigener Wert, weil der Weg lang ist und leicht ins Ungeordnete kippt.
Ein gutes Kursprogramm oder ein durchdachtes Lehrmittel nimmt dir die Reihenfolge ab: welche Grammatik wann, welche Kanji in welcher Gruppierung, wie die Silbenschriften vor allem anderen kommen. Bei einem mehrjährigen Vorhaben ist das mehr wert als bei einer Sprache, die in einem Jahr erledigt ist.
Für den Schrifterwerb ist ein Wiederholungssystem mit Abstandsprinzip das wirksamste Werkzeug, und es ist meist kostenlos oder sehr günstig. Es sorgt dafür, dass die aufgebauten Kanji nicht wieder verschwinden, was bei zweitausend Zeichen über Jahre entscheidend ist.
Wofür sich Unterricht lohnt
Der wichtigste bezahlte Posten ist bei Japanisch die Sprechzeit mit einer Lehrperson, und zwar aus einem sprachspezifischen Grund.
Die Höflichkeitsstufen lassen sich im Selbststudium schlecht sichern, weil dir niemand sagt, wenn du die falsche Ebene wählst. Im Alltag sehen Muttersprachler aus Rücksicht darüber hinweg, und so verfestigen sich Fehler. Eine Lehrperson hat den Auftrag zu korrigieren, und darin liegt ihr besonderer Wert bei dieser Sprache.
Onlineunterricht mit japanischen Lehrpersonen ist verfügbar, und weil du nach Erfahrung filtern kannst, findest du jemanden, der auf Anfänger oder auf Prüfungsvorbereitung spezialisiert ist. Zwei halbe Stunden pro Woche reichen am Anfang, wenn du sie mit dem Selbstlernen dazwischen verbindest.
Was ein Zertifikat kostet
Für Japanisch ist der bekannteste Nachweis der JLPT, der Japanese Language Proficiency Test, in mehreren Stufen. Die Prüfungsgebühren liegen im moderaten Bereich, dazu kommt die Vorbereitung.
Ein Zertifikat lohnt sich nur, wenn eine Stelle es verlangt, etwa eine Universität, ein Stipendienprogramm oder ein Arbeitgeber mit Japanbezug. Für den reinen Lernfortschritt bringt es wenig, kostet aber Geld und Vorbereitungszeit, die in echtem Kontakt mit der Sprache oft besser angelegt wären.
Wie bei jeder Sprache gilt die Reihenfolge: Kläre zuerst bei der Stelle, die den Nachweis verlangt, welche Stufe anerkannt wird, und melde dich erst danach an. So vermeidest du, auf ein Ergebnis hin zu lernen, das im konkreten Fall nicht zählt.
Die günstigste sinnvolle Zusammenstellung
Wer den grossen Zeitaufwand mit möglichst geringen Geldkosten stemmen will, kombiniert am besten so.
- Gratis für die Silbenschriften und für alles Aufnehmende: Serien, Musik, Lernvideos und Podcasts für Japanischlernende.
- Ein kostenloses oder sehr günstiges Wiederholungssystem für den langen Kanji-Aufbau, das wichtigste Werkzeug überhaupt.
- Ein kleines Budget für regelmässige Sprechzeit mit einer japanischen Lehrperson, vor allem wegen der Höflichkeitsstufen.
- Ein durchdachtes Lehrmittel für die Struktur und, nur bei Bedarf, gezielte JLPT-Vorbereitung nach Rückfrage bei der verlangenden Stelle.