Was kostet es, Chinesisch zu lernen?
Chinesisch ist ein grosses Zeitprojekt, aber kein teures. Das meiste Material ist kostenlos, und Geld lohnt sich vor allem für eine Sache: die Töne richtig zu lernen.
- Der Zeitaufwand ist hoch, die Geldkosten müssen es nicht sein. Für Chinesisch gibt es viel kostenloses Material und günstigen Onlineunterricht aus China.
- Der wichtigste bezahlte Posten ist eine Lehrperson für die Töne, weil man sie im Selbststudium kaum sichern kann und Fehler sich früh verfestigen.
- Ein HSK-Zertifikat kostet zusätzlich, lohnt sich aber nur, wenn Studium oder Arbeitgeber es verlangen. Kläre das vorher bei der verlangenden Stelle.
Wie weit du gratis kommst
Bei Chinesisch ist die Geldfrage angenehmer als die Zeitfrage. Weil Chinesisch weltweit gelernt wird und der Sprachraum riesig ist, gibt es grosse Mengen kostenlosen Materials und eine aktive Lerngemeinschaft.
Das Rohmaterial ist reichlich und gratis: Serien und Filme, Lernvideos, Podcasts für Chinesischlernende und Foren. Die Umschrift Pinyin und die Grundgrammatik lassen sich mit kostenlosen Materialien lernen, und für den Anfang tragen die Gratisstufen der Apps.
Die eine Lücke, die man mit Gratismaterial schlecht schliesst, sind die Töne. Man kann sie hören, aber ob man sie selbst richtig trifft, sagt einem keine App zuverlässig. Genau dort liegt der eine sinnvolle Ausgabeposten, während der grösste Teil des Lernens kostenlos läuft.
Warum die Töne den Unterschied machen
Der wichtigste bezahlte Posten ist bei Chinesisch die Sprechzeit mit einer Lehrperson, und der Grund sind die Töne.
Die Töne entscheiden früh darüber, ob man verstanden wird, und sie lassen sich im Selbststudium schlecht sichern. Eine App kann dir vorspielen, wie ein Ton klingt, aber sie sagt dir nicht verlässlich, ob dein eigener Ton stimmt. Muttersprachler im Alltag korrigieren aus Rücksicht selten, und so verfestigen sich Fehler.
Eine Lehrperson hat den Auftrag zu korrigieren, und darin liegt ihr besonderer Wert bei dieser Sprache. Günstiger Onlineunterricht mit chinesischen Lehrpersonen ist verfügbar, und schon wenige Lektionen zu Beginn, in denen gezielt an den Tönen gearbeitet wird, verhindern Muster, die später jahrelang stören.
Wofür sich Struktur lohnt
Wie beim Japanischen ist bei Chinesisch die Struktur ein eigener Wert, weil der Weg lang ist und der Zeichenaufbau leicht ins Ungeordnete kippt.
Ein durchdachtes Lehrmittel oder Kursprogramm nimmt dir die Reihenfolge ab: zuerst Pinyin und Töne, dann Grundwortschatz mit der einfachen Grammatik, dann die Zeichen in sinnvollen Gruppen. Bei einem mehrjährigen Vorhaben ist diese Ordnung mehr wert als bei einer kurzen Sprache.
Für den Zeichenaufbau ist ein Wiederholungssystem mit Abstandsprinzip das wirksamste Werkzeug, und es ist meist kostenlos oder günstig. Es sorgt dafür, dass die gelernten Zeichen nicht wieder verschwinden, was bei tausenden Zeichen über Jahre entscheidend ist.
Was ein Zertifikat kostet
Für Chinesisch ist der bekannteste Nachweis der HSK, ein standardisierter Test in mehreren Stufen. Die Prüfungsgebühren liegen im moderaten Bereich, dazu kommt die Vorbereitung.
Ein Zertifikat lohnt sich nur, wenn eine Stelle es verlangt, etwa eine Universität, ein Stipendium oder ein Arbeitgeber mit Chinabezug. Für den reinen Lernfortschritt bringt es wenig, kostet aber Geld und Vorbereitungszeit, die in echtem Kontakt mit der Sprache oft besser angelegt wären.
Wie bei jeder Sprache gilt die Reihenfolge: Kläre zuerst bei der verlangenden Stelle, welche HSK-Stufe anerkannt wird, und melde dich erst danach an. So vermeidest du, auf ein Ergebnis hin zu lernen, das im konkreten Fall nicht zählt.
Die günstigste sinnvolle Zusammenstellung
Wer den grossen Zeitaufwand mit möglichst geringen Geldkosten stemmen will, kombiniert am besten so.
- Gratis für Pinyin, Grundgrammatik und alles Aufnehmende: Serien, Lernvideos und Podcasts für Chinesischlernende.
- Ein kostenloses oder günstiges Wiederholungssystem für den langen Zeichenaufbau, das wichtigste Werkzeug überhaupt.
- Ein kleines Budget für Sprechzeit mit einer chinesischen Lehrperson, gezielt für die Töne, dem einen Posten ohne kostenlosen Ersatz.
- Ein Lehrmittel für die Struktur und, nur bei Bedarf, gezielte HSK-Vorbereitung nach Rückfrage bei der verlangenden Stelle.